Bauhaus-Universität Weimar

Adolph von MenzeI 
(geb. 1815 in B--s1-Ja, gs1k0k1---H 19o5 in B-k1i-2) 
I(issinger Feinbäckerei 
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unsere Reproduktion zeigt genau in der Größe des Originals eine Gouache- 
malerei aus Menzels späten Jahren. Während der Meister mit den technischen 
Bedingungen der (f)lmalerei vielfach zu kämpfen hatte, gab es in der Welt der 
Deckfarben für ihn kein technisches Hindernis. Und dies ist wohl auch der Grund 
gewesen, warum er sich mit den Jahren mehr und mehr der Gouache-(Deck- 
farben-)technik zuwandte. Doch mögen dafür auch noch andere Eigenheiten 
maßgebend gewesen sein; so z. B. seine immer ausgeprägtere Bevorzugung 
kleinster Formate mit unendlichem, spit3igem Detail. Für diese Neigung zur 
Kleinmalerei hinwiederum wird Menzels starke Kurzsichtigkeit nicht ohne ur- 
sprünglichen Einfluß geblieben sein. Jedenfalls hat Menzel seit dem Jahre Z88-I-, 
wo er die Piazza d"Erbe vollendete, kein größeres (lZlgemälde mehr gemalt, ja 
seit J8g2 überhaupt nicht mehr in G! gearbeitet, und die (f)lgemälde seiner 
großen historischen Epoche  z. B. ,,Das Flötenkonzert", ,,Die Tafelrunde", ,,Das 
Eisenwalzwerk" -zeigen schon heute so vielRisse, daß man nur mit schwerer Sorge 
ihrer ferneren Zukunft entgegensieht. Jn den achtziger und neunziger Jahren 
also hat Menzel Gouachebilder in außerordentlicher Fruchtbarkeit hervorgebracht. 
Viele seiner alle:-schönsten Leistungen, wie auch unsere ,,Kissinger Feinbäckerei", 
stammen aus dieser Periode. 
Die Gouache- oder Deckfarbenmalerei ist eine Abart der Aquarell- oder 
Wasserfarbenmale1-ei. Sie unterscheidet sich von dieser wesentlich dadurch, daß 
ihre Farben nicht durchsichtig sind und den Untergrund (meist weißes Papier) 
nicht durchschimmern lassen, sondern die Farben decken den Grund undurchsichtig 
und mischen sich miteinander nicht. Zur Hervor-bringung der Lichter wird also 
nicht, wie bei der AquarelImalerei (nebenbei bemerkt: auch bei unserer Technik 
des Dreifarbendruckes), das unbedeckte Papier benutzt, sondern die Lichter werden 
mit Deckweis auf die anderen Farben ,,aufgesetzt". In der Wirkung unterscheidet 
sich die Gouache von dem Aquarell durch ihre Leuchtkraft und lebhaftere Wirkung 
der Lokalfarben; das Aquarell pflegt dagegen mehr Weichheit und Ton zu haben. 
Jedenfalls ist diese Maltechnik durch Menzel zu großem Ansehen gelangt. Wohl 
kein deutscher Meister unserer Zeit hat sie mit solcher Vorliebe benugt wie er. 
Das Original unseres Bilder- hängt in einem der kultivierteiten Häuser 
Berlins, bei dem Großkaufmann Eduard Arnhold. G. Kirftein (Leipzig)
        

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