Bauhaus-Universität Weimar

SPWChe den unermeßlichen Einfluß des Römertums beweisen. Sein eiserner Wille 
Und die Faust seiner Legionen, die Gallien und Germanien, Britannien und 
Z-)ifPanien und Helvetien, Mauretania und Numidia, Agyptus und Graecia, Dacia 
und MoeiIa, Asi"a und Africa, Noricum und Jllyria und Pannonia unterwarfen, 
zwangen allen diesen Landstrichen auch den Geschmack und die Art römischer Archi- 
tektur und Plastik, römischen Villen- und Tempelbaus, römischer Theater- und 
Forumanlage auf. Die Grundmotive nehmen zwar  und es ist höchst interessant, 
III ZU verfolgen  allenthalben bodensiändige Varianten und Nuancen an, aber 
aber alle Sonderrechte triumphierte schließlich auch in der Kunst das gebieterische 
Mad)twort Roms.  
Die Ausstellung gibt zunächst eine Vorstellung von der alten Gestalt der Haupt- 
lkadt selbst, wobei die längst entführten Statuen und Reliefs, die heute in fremden 
N"tuseen versXreut sind, in Abgüffen aufmarschieren. Dann locken uns große Tafeln 
Mit den Namen jener Provinzen in monumentalen Versalien, den ganzen Umkreis 
des einstigen Reiches zu durchfchreiten. Ergebnisse von Ausgrabungen, Mofaiken, 
Malerei-Fragmente, Jnschriften ziehen vorüber. Von Palästen und Altären, von Grab- 
mälern und Siegesmonumenten hören wir. Frankreich sandte ModeUe der Amphi- 
kheater von Arles und Nimes, alte Wurfn1aschinen mit Pfeilen und Steinkugeln. 
Deutschland kostbare Stücke aus den Museen von Trier und Mainz; die Büsten 
eines Germanen und seines Weibes zeigen deutlich, wie sich im Beginn der christ- 
UChen Zeitrechnung hier die allgemeine europäische Kunst der Epoche mit nordischer 
Auffassung durchtränkte. Photographien der rekonsiruierten Saalburg geben Nach- 
VTCht von unserer dilettantischen, schiefgewickelten ,,Wiederhers"teUungs"-Leidenschaft, 
aber Bilder der pergamenischen Ausgrabungen doch auch Bericht von der Energie 
und den Erfolgen wissenschaftlicher deutscher Arbeit. Nachdenklich stimmen die 
ZeUgnifse der Provinz Graecia  das arme Hellas, das der Siegerin Rom seine 
Kunst geschenkt, nahm nun, da seine Kraft gebrochen war, die romanist"erten 
Formen seiner eignen Herrlichkeit widerspruchslos und unselbständig bei sich auf! 
-D0Ch zwischen der Moderne und der Antike durfte bei der großartigen Kunsi- 
feier Italiens auch die Renaissance nicht fehlen. Hier setzte das Amt ein, das 
Florenz übernahm. Die Arnosiadt, die auch ein paar Jahre die Ehre genoß, 
Jtaue"8 Hauptstadt zu heißen (was sie mit dem Kommunalbankerott bezahlte), 
Hat fVeUicl) keine übermäßigen 2lnstrengungen gemacht. Jhre ,,2lusiiellung der 
"aUe"TsCk)2t1 Porträtlkunst vom Ende des x6. Jahrhunderts bis x86x" bietet 
Wohl für die Fachleute, für die Zünfte der Kunsihiskorilker, MUseumsdirektoren und 
I KUniIhändler ungemein wichtige und interessante Detailneuigkeiten, sie wirft auch 
M) -S.VößeVen Stil auf manche abgegrenzte Gebiete ein erhellendes Licht, aber eine 
?mmßende Jubiläumsseier wird niemand in ihr erblicken. Es erscheint mir frag- 
TO- ob ein Unternehmen solcher Art, das gewiß seine Meriten und seinen guten 
Sm" Hat- für die Zwecke dieses Jahres geeignet war. Denn die italienische Bildnis- 
m,alerei von dem Zeitpunkt an, da die iirahlenden Sterne des Quattrocento und 
CMquecento untergegangen waren, sank so rasch zu mittlerem und niedrigerem
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.