Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Jubelfeier 1696-1896
Person:
Werner, Anton von Akademische Hochschule für die Bildenden Künste <Berlin>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005589
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3897914
leinewand von allerhand Farben, schneide sie wie die Kleider der Nationen, die man mahlen 
will, und tunke sie hernach ins Wasser; nachdem man sie wieder ausgedrückt, so bekleide 
man damit seine Figuren. Es versteht sich von selbst, dass man vorher seinen Geschmack 
in der Faltenbrechung, nach den Antiken in den Werken RAPHAELS gebildet habe. 
Die Hauptfigur bekleide man mit der lebhaftesten Farbe; um diese Figur lege man 
die übrigen, und bekleide sie mit Gewändern von Mitteltinten. Hauptsächlich muss man 
darauf Acht haben, nicht zwey brilliante Farben neben einander zu setzen, sondern Mittel- 
farben dazwischen ordnen, damit die Uebereinstimmung der Farben, die harmonische Wirkung 
in den Augen hervorbringe, wie eine wohlgesetzte Music in dem Gehör. Auch kann der 
Mahler aus den Regeln, die für die Setzung der Music geschrieben, sehr Viel Nutzen Ziehen 
in Ansehung der Harmonie der Farben. i 
Die Falten kann man mit einem spitzigen Pinselstiel auf den Modells anlegen, wie 
man will, so lange die Leinwand feuchte bleibt. Die Theile, die an den Modells nackend 
bleiben, streiche man mit Fleischfarbe an. Wenn in der Geschichte Thiere vorkommen, so 
mache man sie von Wachs, und bemahle sie mit ihrer natürlichen Farbe. Auch muss man 
sich Architectur machen lassen, die mit der Grösse der Figuren übereinstimmet. 
Bäume imitirt man sehr gut mit kleinen Aesten; Terrassen, durch Erdsteine; Grotten, 
kleine Sandsteine auf einander gelegt und mit Wachs befestiget; auch kann man sich 
bedienen. 
Wenn Figuren in der Luft auf Wolken vorkommen, bediene man sich der Baum- 
wolle, durch Draht unterstützt. Ist das Modell auf diese Art aufgesetzt, so setze man es in 
das vortheilhafteste Licht, so, dass die Hauptmasse des Lichts auf die Haupt-Figur fällt. 
Die vorzüglichsten Dienste solcher Modelle sind, dass eine solche Stellung den 
Mahlern, ausser der richtigen Beleuchtung, grössern natürlichen Effekt von Licht und Schatten 
gewähret: Harmonie der Farben und deren Degradation, nebst einer richtigen Perspective, 
so dass alles auf seinen gehörigen Plan zu stehen kommt, wird dadurch bewürket. 
Wollte man einwenden, dass diese Methode den Mahler zu lange aufhalte, so glaube 
ich dagegen, dass sie weit geschwinder sey, weil, wenn das Modell aufgestellt ist, man so- 
gleich den Effekt des fertigen Gemähldes siehet, und sicher darnach mahlen kann; da hin- 
gegen nach der itzt gewöhnlichen Art der Mahler zwar das Untermahlen geschwind fördert, 
bey der Ausarbeitung aber so oft ausstreichen und übermahlen muss, um eine Sache hervor 
zu bringen, andere zurück zu treiben, und er dennoch mit aller Mühe nur ein manierirtes 
Gemählde hervorbringen wird. 
PAUL VERONESE hat sich der Modells auf eben die Art, wie BATONI bedient, und 
ist dieser hierin der Lehrmeister gewesen, weil noch ein von den Modellen des PAULO ZU 
VENEDIG aufbewahret wird, dass den BATONI belehrt hat. 
CAnsTßlxtä 
Biographie 
kennt, 
wissen, 
welclf 
grimmigem 
gegen diese Kompositionsweise 
werden schwerlich für einander 
er gerade 
Kollegen, 
zu Felde zog; PUHLMANN 
sympathisirt haben. 
CARSTENS, 
Rektor 
Komposition 
Unterrichtserfolge 
erzielte 
welche, erfahren wir leider nicht. Sicher ist nur, dass bis zum Jahre 1829 von einem 
Unterricht in der Komposition nicht wieder die Rede ist. Im Juli 1829 wurde 
die Leitung der neuerrichteten Klasse für malerische Komposition CARI. BEGAS über- 
tragen; im Oktober desselben Jahres war auch eine eigene Klasse für Gewandung 
gegründet und gleichfalls CARI, BEGAS anvertraut worden.
        

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