Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Walter Leistikows
Person:
Corinth, Lovis Leistikow, Walter
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3916609
Beruhigung verlangt werden. Jm Februar 1885 schreibt Eschke: 
,,Walter hat  ich sage Gott sei Dank- kein blendendes Talent, das 
jede Schwierigkeit im Fluge überwindet, dem alles spielend leicht 
wird, um deswillen aber häußg zu So:-glosigkeit und Leichtfertigkeit 
führt,  nein, er muß sich jeden Fortschritt mit Ernst, Mühe und 
2lusdauer ei-kämpfen, er wird aber darum nur stärker und kräftiger 
werden und auch an Charakter gewinnen." 
Heute, wo wir das abgeschloisene Leben des Künstlers vor uns haben, 
erscheinen uns diese Andeutungen wie prophetische Voraussehungen; 
zu jener Zeit wird der Brief die Mutter getrbstet haben und dem 
Lehrer, der wohl ähnliche Äußerungen an die Eltern und Vormünder 
seiner Schüler hundertfach verzapfen mußte, ziemlich leicht zu 
schreiben vorgekommen sein; freilich dennoch mit einiger Charakter- 
kenntnis seines Schülers. 
Eschke selbst glänzte am Berliner Kunsthimmel als Stern dritter 
Größe. Etwa im Jahre 1878 machte auf der Ausstellung, die 
noch am Kupfergraben war, ein Bild von ihm ziemliches Aufsehen, 
das einen gestirnten Nachthimmel über windgepeitschte Meeres- 
weilen darstellte. Jm Verein Berliner Künstler war er durch seine 
Lustigkeit und Biederkeit sehr geschätzt. Ich selbst habe Eschke im 
Winter 1887 an einem Vereinsabend bewundert, wo er Staffe- 
leien, Mallatten, Paletten, Skizzen und 8eichnungen eines Ver- 
storbenen verauktionierte. In der Hitze des Gesechts zog er den Rock 
aus und zeigte sich in grauem Jägerhemde, das er auch noch an den 
Ärmeln aufkrempelte. 
Leistikow hat wohl, wie es damals üblich war, die Studien seines 
Lehrers kopiert. Wie er nach dem Gutachten des Lehrers slügge 
war, hat ihn Eschke dann im Sommer auf das Land mitgenommen, 
wo er nach Herzenslust nach der Natur direkt studiert haben wird. 
Leider sind Arbeiten aus dieser Zeit fast garnicht von ihm vorhan- 
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