Bauhaus-Universität Weimar

Meiiier der Farbe. 
Es gibt eine Menge gute Malerei, aber sehr 
weaige gute Gemälde. Tons!-:ble. 
Das di(-rama gehört nicht mehr der Kunst 
an, weil es auf Täuschung abzielt. die Kunst 
gefällt, indem sie uns erinnert, nicht indem sie 
   
Das Gem3ilde eines Meisters, nnd wäre es ab- 
getieben und verblaßt oder nachgedunkelt, enthält 
doch immer noch einen Teil der Idee des Meiskers. 
Es ist ein nnvol1son1tnener, aber doä) unverfkilsci7ter 
2iusdtutk seines Gedankens. Wird das Bild aber 
iibetmalt, so ist es mit diesem Ausdrucke für immer 
vorbei. Und deshalb ist der gefährlichste Feind 
der Meister nicht die Zeit, sondern das ist ihr 
Freund, der Gemäldehändler, mag er Iude sein 
oder Christ. Töpfer. 
Jedes wirklich Originale Gemälde if! ein Ding 
für i1ch.und gehe-rd)t feinen eignen Gesetzen, so 
daß was in dem einen recht ist, sehr oft in einem 
andern ganz falsch sein würde. Conskable. 
Es ist für. einen Maler sehr nützlich, Nach- 
ahmer zu haben: sie lehren ihn, alles zu vermeiden, 
was sie tun. Conftable. 
Zur Ehre Gottes und um ihm zu danken für 
das Leben, das er uns gegeben hat, müssen wir 
uns bemühen, daß in unsern Werken die lebendige 
Natur unsere erste Sorge sei; daß ein Mensch 
arme, daß ein Baum wirklich grüne, blähe und 
gedeihe. Wer das Leben gibt, ist Gott, wer aber 
weiter nichts versieht, als mit Geschmack ange- 
nehme Konturen zu zeici)nen und sie litten-veiß 
oder rosenrot zu färben, der zeigt, daß er eigent- 
lich Tapezier oder Parsiimeur hätte werden sollen. 
Rousseau. 
Wäre ich ein reicher Menf(h- ich würde die 
meisten meiner Arbeiten wieder an mich kaufen, 
um sie entweder zu verbessern oder zu vernichten. 
Genelli. 
Der Gegenstand macht am Ende ein Bild nicht 
gerade interessant, sondern vielmehr die Auffassung 
des Gegenstandes. Ist die interesTanteske Szene 
ohne Leben dargestellt, so hat sie damit ihr- größtes 
Interesse verloren. Richter. 
Mit den Inißlungenen Kunstwerkes- geht es 
genau ebenso wie mit den kranken Menschen: so 
lange diese Personen ans Leben find, ist es schwierig, 
die inneren Ursachen ihrer Leiden festzustellen; find 
sle aber tot, so ist nichts leichter. Man seziert 
sie, und alles klärt fiel) auf. Töpfer. 
Die Bezeichnung ,,Schule" ist immer schlecht 
gewählt oder as-surd. Eine solche Bezeichnung 
ist die Fahne eines Bist-gerstieges, die wohl ins 
Kampfe nützt, nachher aber jede Bedeutung ver- 
liert. Oft hat man sogar während des Kampfes 
nie recht begriffen, was sie eigentlich zu bedeuten 
hatte. Paul Hnet. 
Wiss disk- PM"0UM M! LSbM Und- UT IS fEk)WMkS- Wer meine Arbeiten ansieht, der soll die Herr- 
die inneren Urs-schen ihres Leiden festzustellen; nnd richtet- und die Schrecken der N-eh: fuhren. man 
lks Obst' Ist- TO M nichts lsksI)ket'- MsM fOzkM müßte imstande sein, den Gesang der Nächte, da- 
fTs, Und SUCH Hätt N) OUIf- T3Pffer. Schweigen, die Geräusche der Luft hörbar zu 
machen. Man muß das Unendliche greifbar machen. 
Und mag ein Ding noch so ungeschickt oder  MINI- 
verzeichner sein, egal, ich will in jedem Strich den 
Willen sehen, das ist alles, Kot-rektheit nichts, Der Himmel ist vor einem Baum, hinter einem 
B3-H-Un, Baum, überall. Der Himmel ist die Luft. 
Iulee Dur:-S. 
Am meisten berührt mich in der Kunst die 
menschliche Seite, und wenn ich könnte, wie ich WITH Nr MONEY MIfCßk- M ihm UMMM- 
 Um. H, ,,,,,,jgskM9 Hm-uks,M kz-Unze, so Aber der blaue, wolsenlose Himmel, dieser Schacht 
würde ich nichts machen, was nicht das Resultat des UCVkCH- M UII9MfVSk- UIIMI'fk2UVM'- UND-  
eines von der Natur empfangenen Eindrucks wäre, SIüUdUTh- IUc0H DIENS- 
sei es nun landschaftlich oder sigiirlich. Die frohe 
Seite des Lebens zeigt sich mir nie. Ich weiß Es gibt Leute, die gute Malerei nicht begreifen 
nicht, wo sie ist: ich habe sie nie wahrgenommen. und leugnen. Es gibt sogar Menschen, deren 
Das frZ5hlichsie, war ich kenne, ist die Ruhe und Auge nichts taugt. Man geht mit ihnen spazieren, 
Stille, die man genießt wie eine Erquickung des man sieht einen Baum, man sagt ihnen: ,,Sel)en 
Herzens und die man im Walde oder auch im Sie da oben auf dem Zweig den kleinen Sing- 
Felde findet. Und das ist immer sehr träumet-isch vogell" Und man erhält die Antwort: ,,Ich sehe 
und zwar eine traurige Träumerei, obgleich sie nichts-!" Wir aber haben den Singt-ogel gesehm 
wohltuend ist. MiUet. und gehört. Iuleo Dom-S. 
SSktt!lSIebek aacI"vetcttiwekiliel1e Reduktion- S. I. seemana, bei?-ils. site!-Si!-. is.  Druck von Si-nsi5eciklci1 llacl1t., S.tn.bZö- lISip3II 
    
        

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