Bauhaus-Universität Weimar

Meister der Farbe. 
was nnd wie es mir gefällt, für mich und nach meinem Geschmack: diese Tatsache gibt mir 
die Hoffnung, daß ich sortschritte machen und mich in meiner wahren Gestalt zeigen werde. 
Wir verbringen den Sommer am Fuße des Vesuvs und arbeiten fo viel wie möglich; 
von Zeit zu Zeit werden wir durch die Nachrichten aus Spanien in unserer Ruhe gestört. 
Gott gebe, daß die dortigen schrecklichen Zustände bald aufhören! 
Dein sreund küßt dich For-tuny. 
H  cmpa.uc-BouksgI9- 
Paris, Mai J90Z. Sonnett! Es ist ein Sonnett, sagt Orontes zu Alcest. Porträt! Es ist 
ein Porträt, wird der Maler dem Publikum sagen, als ob das Publikum nicht für sich allein 
sehen könnte, daß es ein Porträt ist. Was aber das Publikum vielleicht nicht sieht, und 
was die Prätension des Malers der des Or-ontes gleichstellt, ist sein Bemühen, soviel Anmut, 
Jugend und Reiz wie möglich hineinzulegen; und obendrein die hei-mischen Berge, ein Stück- 
chen von dem See Lamm-tines und einen Himmel voll glücklicher Ver-sprechungen. 
Schließlich hat der Maler weiter nichts gewollt als die Wahrheit auszusprechen. Das 
Modell war so schön, daß es die Aufbietung aller Kunst rechtfertigte, worüber der Maler 
verfügte; und nur so kann das "Wunder der Kunst entstehen, wenn es überhaupt entstehen 
soll; das Wunder, das darin besteht, das der Beschauer die seelische Erregung spürt, die 
der Künstler selbst bei seiner Arbeit verspürte. Niemals hat es andere Kunstgeheimnisse 
gegeben, und niemals wird es andere geben. Jng1-es, GainsborougI)- Lionardo, Velasquez  
und Rembrandt hatten keine anderen GeheimnisTe, als die Achtung vor der Wahrheit, die 
sie mit der Vollkommenheit ihres Könnens verkündeten. 
Daneben ist alles nur Wiss, der nicht zu leben verdient. 
Aman-Jean. 
Der Künstler schrieb diesen Brief anlä'ßlich des BildniiTei der Mlle. Suzaime ponces, das er im 
Salon von 19o1 aasfkellte. 
        

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