Bauhaus-Universität Weimar

Messer der Farbe  
Meine Kritiker sind wahrscheinlich Leute von Kunsiblätrler, diese erbärmlichen Gesellen dünken 
Bildung und Geschmack. Aber id) kann nicht in sich der poetische Geist zu sein, der bestimmt wäre, 
ihre Haut schliipsen. Millet. das Handwerk der Künstler zu beleben; sie loben 
IN alles, was im Kredit und Kalender der Mode steht; 
Ich kenne Leute, die behaupten die z mkHÖe die Werke der Verstorbenen erheben sie, und die 
Meinung beruhte sie nicht, sie hzik;m  der Lebenden töten sie.  Ein n;ßgliickter Student 
für die Kritik. Das glaube ich nicht. Ein wahrer der Th"l09i9- Philosophie- Uki9Pmde"3 oder 
Kijgsi1ek muß km, Sk,,Öek fzjh1M; wem, man Hm Medizin, der Auswurf dieser Wissenschaften, oder 
Seele und seine Kräfte ehrlich und tüchtig in einer auch ein K-MmladV"di9"9" Wird AikhUik9V Oder 
Arbeit niedergelegt hat, so tut es immer weh, wenn G9iÖ"UCk9lehkkV- Um VII der kUUiYfaiUUdM- nichts- 
dann der erste beste Iouknalist kommt, sie nikhk kennenden Welt in Ansehen zu kommen. Er tritt 
versteh, und He heMnm.maÖ,. Mekss,nz".. mit einer gewissen impertinenden Miene auf und 
N verschafft sich durch schwiilstige, verblühte, un- 
plastische Rendensarten Kredit, indem aus solchen 
Heutzutage gibt es Künstler, die sich mehr um feinen Wendungen jeder machen kann, was er 
die öffentliche Meinung kümmern, als um das Urteil will. Dabei versieht er natürlich von dem, was 
eines andern Künstlers. Meissonier. er schwatzt und schreibt, außer dem von Künstlern 
N Erschnaps-ten, wenig oder nichts.  Sie sind den 
Trauer- und Klageweibern des Altertums nicht 
Die Kritiker leben von der Habe der andern ,mzzhnHch, di, bezahlt wurden, um zu hauen Um, 
und könnten nicht existieren ohne die Leute, die zu schreien- und es komm mir Vor, als hielten 
M  N M9i"o"i""- diese Kunstschreiber und Kunstredner der zu Grabe 
gehenden Kunst eine Leichenrede. Durch das zu 
Der größte Fehler der Kritiker ist, daß sie nichts häufige Wiedetkauen ihrer Begriffe von Ideal 
vonKunstverstehen, daß sie ihre schwache Seite ganz und Schönheit werden sie selbst dem Pöbel der 
genau kennen und trotzdem mit der grZßrenZuversicht Künstler verdächtig, so daß klug wie dumm sich 
von der Kunst reden und darüber urteilen. Die ihres Lobes schämt und ihren Tadel verachtet. 
tüchtigsten und angesehensten von ihnen sind ver- N I. A. KOCH- 
pfuschte Malergesellen, die nicht genug Talent, 
Willenskrast oder Liebe zur Kunst hatten, um, Nachdem die schofle Weisheit, Kritik genannt, 
ganz zu schweigen von guten Bildern, die sehr sich der Kunst bemeisterte und mit ihrem kalten 
schwierig zu machen sind, auch nur mittelmäßige Forscherblick im stillen das auseinander zerrte und 
Bilder zu malen, und die sich nun darauf geworfen tötete, was die Begeisterung und der hohe Auf- 
haben, die Arbeiten ihrer ehemaligen Kameraden schwang geschaffen hatte, da gab es kein gtsUI1ded 
herunterzumachen und die Bilder anderer Leute zu Werk der Kunst mehr. I. A. Koch. 
tadeln. N Eter. IN 
Unter dem Vorwande- daß fühlen und sehen icho:bixb";  g2fcWsbeI1 Wird Obst 
eins sind, zeitigt die Kunstkritik Sachverständige " - M r am n - ganz wuM' 
ohne Lehre oder Erfahrung und dient einer Schar N S(hwi"d" 
von zensoren als Zuflucht, die wie Sganarelle    
kiibn vorgeben, mit Leuten, welche diese Sprache Die Team Wahrheit ZU fagM" mache  
nicht verstehen, lateinM,h zu fpMhm, die mit fchMht wenig aus der Meinung der Kritik, selbstverstand- 
angewandten seyen  Au-drücke Um M) lich vom Lohe abgesehen: das hore ichwie alle 
werfen- zu Gemhl .-ÖwelgM und W) Hm das meine Kollegen stets mit dem allergrößten Ver- 
Diplom des Kunstrichtero zuerkennen, indem sie Wägen' IN Demm"" 
bei der Priifun eines antil-en Denkmals wie bei 
der einer SchuI.a Krebs- so viel Phmsm machen, Sieg-wissen es, wie alle Künstler es wissen: die  
wie zu ihrer Verfügung  Da, and die um Lobspruche sind"der Wind, der unsere Segel schwelle 
das arbeitende Pferd herumschwirt-enden Fliegen, und uns vorwa"9 kam'  
die sonst nichts können als summen und brummen. IN 
N  die Ausgabe der Kritik ist auch nicht angenehm, 
und man darf es nicht allzu übelnehmen, wann sie 
DER Mk! ziOt"lk(I7M GOI"Ci7WZTS i"Ebwm1getn, hoch- uns mitunter verletzt. Schließlich macht sie doch 
miitigenBachstelzen,Morgenblättler,Abendblättler, die Welt aus uns aufmerksam; ohne sie wären wir
        

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