Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bibel in Bildern
Person:
Schnorr von Carolsfeld, Julius Luther, Martin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4122733
ferner nicht rächen werde. Das Opfer und die Bitte solchen Glaubens ifi angenehm vor 
Gott. Während Noah und feine Familie um den Altar knieend und ftehend- Gott 
anruft, erscheint der -Herr und seht den Regenbogen an den -Himmel und spricht feinen 
Willst! Aus- T-Iß hiUfDkk keine Siindfluth mehr kommen soll trog dem tiefen Verderbniß 
des menschlichen -Herzens, für welches er das im Glauben dargebrachte Sühnopfer gnä- 
dig annimmt. Drei Kinder umfpielen den -Herrn, sie sollen die Kräfte feiner Allmacht 
sorsiellen, womit er wie um der Sünde willen zerstören, so trog der Sünde erhalten kann 
was Auf Erden und unter dem -Himmel ift. Daß der Regenbogen das Zeichen des Bun- 
des fein soll, zeigt feine ausgestreckte Linke, daß der Bund alles Fleisch, auch die Vögel 
des Himmels (rechts und links vomBogen) umfaß"en soll, bedeutet die Bewegung der rechten 
-Hand. Unter den jungen Frauen deutet eine besonders lebhaft auf die Erscheinung. 
Gegenüber aber sieht -Hans mit der ausgeworfenen Lippe und dem stieren Auge am wenig- 
sten innerlich erregt dem Vorgang zu. 
20. Wer Spötter Hain wird von feinem Vater verflucht. 
1. Mk-se g, 24. 25. 
Noah, der Predigek der Gerechtigkeit, der fromme Priester Gottes hatte guten 
Grund, auch für sich selbst Siihnopfer zu bringen. Das auch ihm angeborne Berderbniß 
menschlicher Natur läßt ihn, der so lange mit Gott gewandelt, noch durch Lüsternheit und 
llnncäßigkeit in Sünde und Schande fallen. Er hat Wein gepflanzt und ist vom jungen 
Wein trunken worden, wie der neben ihm auf der Matte liegendeBecher bekundet. Statt 
den entblößt daliegenden Vater vor weiterer Schmach bei den weinlesenden Kindern und 
tranbenkelternden Mägden zu schiiHen, eilt der jüngste Sohn Haut zu den Brüdern, um 
mit Selbstgerechtigkeit und Schadenfreude über die Ungebühr des Vaters zu spotten. Die 
Brüder haben sich beeilt, züthtig und kindlich des Vaters Bliöße zu decken. Da erwacht 
Noah aus seinem Schlummer , fragt, was geschehen, da Sein ihm den Mantel über 
der Schulter festhält, und verflucht nun, als er"s inne wird, prophetisch den mißt-athenen 
Sohn in dessen Nachkommen, von denen er zunächst nur den Canaan nennt, als in wel- 
chem des Vaters Sünde am ärgs1en und zur schärfsten Bestrafung fortgewuchert ist. 
Sein nnd Javhet stehen bekümmert- über den Vorgang nnd gedemüthigt von dem ihnen 
gewordenen Segen da, während sIZam zwar betroffen aber kalt nnd böse hinwegeilt. 
wieder der Mann ausgesendert werden, in welchen alle Geschlechter der Erde gese- 
werden konnten. Das war Abram, der mit seinem Vater Tharah bereits aus U: 
Chaldäa aus dem Weg nach Canaan bis nach -Haran gezogen war. -Hier in Hat-an 
hielt er den Befehl, aus feines Vaters Hause ganz auszugehn, und die Verheißung, 
er zu einem großen Volke und zu einem Segen für die Menschheit werden sollte. Ge1 
sam und gläubig zogAbram, 75 Jahre alt, mit seinem Weibe und seinem Bruders-S 
Lot, sammt seinem Gesinde und Vieh von iHaran westwärts. Als sie nach Canaan bis 
die-Stätte Sichem gekommen waren, erschien ihm der -Herr abermals und sprach: ,,dei1 
Samen will ich dieß Land geben." Dieß siellt unser Bild dar. Der Wanderzug hat 
Gebirge überstiegen, fruchtbare Palmen bezeichnen das schöne Land, das sich reich 
lieblich vor den Ankömmlingen ausbreitet. Der Engel des Herrn heißt mit holdseliz 
Antlitz und segnend ausgeftreckter Hand den Abram dieses ganze herrliche Land als se 
Kinder Eigenthum ansehen. Mit heiligem Staunen, prophetischen Blickes die bei 
Hände und sein -Herz weit ausbreitend schaut Abram hinein in"s Land und hinaus in 
wunderbareZukunst. Sarai, die noch kein Kind hat, legt in traulicher Theilnahme, i 
das Angesicht mehr fragend als versiehend aus ihn gerichtet, die Hand auf seine Schuh 
Lot, auf den bedeutsam ein starker Schatten fällt, isi wie geblendet von der sonnt 
Landschaft und schaut in seiner irdischen Gesinnung fast zu angesirengt nach dein fru 
baten Jordan-Gefilde, in welches auch sein Maulthier hinabwiehert. Nicht minder 
auch das Gesinde und das Last-viel) im Hintergrunde freudig von dem Anblick dieses h 
liehen Landes erregt. Dem ganzen Zug voran schreiten munter vier kräftige Kna 
-Hand in Hand und bereits verschiedenen Charakters. In ihnen ist die Nachkonnuensr1 
beider Männer vers-ildli(ht. Abrain"s Kinder, der kleine seine Jsaak und der kräf 
Sohn der Magd, Jstnael, gehen unter Jauchzen die Arme ineinander-fchlingend get 
aus; Lots zwei derbe Söhne, Moab und Ammon deuten abwärts und seitwärts, 
haben kein Erbe noch Antheil am Lande der Verheißung. 
21. Tl)urmban zu -Habe! und sonder-nng der -IZtännne 
Heut, Hain, L-iiapi)et. 
 
Noahs Nachkommen hatten sich nach der Sündfiuth rasch vermehrt und von Ar- 
menien in die fruchtbare Ebene am Euphrat und Tigris gegen Babylon herabgezogen. 
-Hier wollten sie in eitler Nuhmsucht und Gott zn1nT1-oh einen hinnnelhohen Thurm bauen 
als Bereiuigungspunkt für das ganze Menschengeschlecht. Da fuhr Gott hernieder in 
Zorn und Gnade und machte, was zum Sammelpunkte werden sollte, zum Trennungs- 
nnd Ausgangspunkte für die verschiedenen Völker. Die bis dahin nur eine Sprache hat- 
ten, mußten plöhlich ihre innern Unterschiede auch äußerlich in versahiedener Sprache 
darstellen und indem sie einander nicht mehr verstanden, vom Bau ablassen und in 
verschiedene Weltgegenden auseinandergehn. Wir sehen im-Hintergrunde unseres Bildes 
den verlassenen Riesenban emporragen. Drei Engel sind her-abgesahren, um die drei 
-Hauptstämme auseinanderzutreiben. Der Stamm, auf welchem die Zukunft des Reiches 
Gottes ruht, wird von einem freundlich segnenden, gnädig führenden, verheißenden Engel 
im Bilde rechtshin gewiesen. Der fromme Sem, außen und innen dem ehrwiirdigen 
Noah am ähnlichften, hat in der Rechten den Hirtenstab und die Linie legt er te-aulich 
Auf den Arm der Tochter, welche wiederum ihren jungen Bruder bei der Schulter faßt, 
Wie hinter ihn die Mutter des Vaters Arm ergreift, um mit ihm freudigen Glaubens 
aufwärts und in die Zukunft zu blicken. In diesem Stamme, dessen wiä)tigftes Volk die 
Hebräer sind, wird der Faniiliensinn und die Gottseligkeit herrschen. Die Weint-ebe, die 
der Knabe trägt und die Schaafheerde deutet auf den F-eldban und die Viehzucht hin als 
sHauptbestIl)kistigUUg dieses Stammes; auch auf seinen priesierlichen Beruf mögen die 
Schlusse deuten. 
Nach links hiU heißt der andere Engel ernsten Angesichts den edeln lorbeerge- 
schmücken Japhet it! Weite Ferne ziehen. Der schön gewachsene, halbbekleidete, geistvolle 
Jüngling führt den Speer und das .ttrtegsroß, auf dem kühn sein junger Knabe reitet, 
von der Mutter am Arme gShEikFU- Diese trägt ein kunstreiches Gefäß auf dem Scheitel 
und blickt herb und troh!g- iVsMS Friede und viel Krieg verheißend auf die glücklichere 
Familie Seins hinüber, von der nur die Tochter einen he-imlichen Abschiedsblick herüber 
wirft. Kunst, Bildung und Tapferkeit de! GtiskhM- Römer nnd Deutschen, auch die 
Ahnung eines Höherm wie sie in Nei!g!s7! UND Wissenschaft dieser Von.-r sich kund gab, 
ist in diesem Japhet angedeutet, welcher fragenden Auges und Mundes zu dem über Sem  
isHwebenden Engel ausblickend seinen strengen Gang antritt. Für Japhets Stamm auch 
Wiss) ja das Heil nur von den ans Sein abftammenden Juden kommen.  Ja der 
Mitte endlich heißt ein dritter Engel die Kinder Hc1Ms dem Hintergrunde zu sich entfer-  
Um UND abwärts ziehen in die Länder der Wüste, wohin Eh! AUzJ1S UND ihkI Bewafsnung 
taugt. Auf dem .KqkUeel, ,,dem Schiffe der Wüste,-' sitzt von tiefen Schatten bedeckt kiU 
Gi)SMPi"iIii0k mit dem rdhgemeißelten Abgott. Ein Krieger mit Bogen Und Pfeil be- 
waffnet nnd mit We;-kz2ugen zu gellender Musik unter dem Arme führt das Wüstenroß, 
ERSTE iWgM ihrs Kinder oder auf dein Kopfe unförmliche Gefäße ds1U hEißM- VUMViM 
U a zu. 
23. Abram wird von .MeiriJisedeli gesegnet. 
1.Mose18, 10. 
Abram war und wurde immer mehr ein reicher gesegueter Mann. Als nun Eier 
laomor, der König von El-un, mit seinen Berbündeten die Könige von Sodom und ( 
morra geschlagen und auch Lot, der dort wohnte, mit der Beute fortgesehleppt hatte, 
waffnete der reiche Hirtensürst schnell seine 318 Knechte , jagte nach, besiegte die Fei 
und brachte das Geplünderte Alles zurück. Da sehen wir nun den tapfern und groß! 
zigen Mann mit Lot zu seiner Linken, mit den Knechten, den Weibern, dem Volkes 
der Beute in langem Zuge heimgekehrt. Der König von Sodom ist ihm dankbar en1 
gengegangen, von der Stadt Salem aber ist der König Melchisedek, ein Priester des hi 
sten Gottes herabgestiegen, läßt durch seine Diener den Kriegern Wein und Brod zur  
quickung bringen und wünscht dem Abram, Gott lobend und dankend. den Segen 
Allerhöehfien, in welchen Wunsch auch der König Von Sodom und sein Begleiter 
erhobener -Hand einfiimmt. Der fromme -Held nimmt ehrerbietig den Segen des un 
kunnten Priester-königs, der ein Vorbild Christi, des ewigen Königs und Priesters i 
und bitte: ihn demüthig mit ansiands-toller Bewegung seiner rechten -Hand, von all 
gewonnenen Beute den Zehnten zu nehmen, womit er ihm als einem -höhern huldigt. 
24. Abram empfängt die Verl)eiHung, daß er ein Vater vieler 
 Völker werden soll. 
1.Mose12, Z. 7. 
A!-rams Glaube brauc;t und erhält eine neue Versicherung. Gott erscheint ihm 
Gesichte und spricht: fürchte dich nicht, ich bin dein Schild und sehr großer Lohn. D 
wie soll es mit der Verheißung des Landes an seinen Samen gehen, da er kein Kind h. 
Wohl meint er, werde er seinen Knecht Elieser an Sohnes Statt annehmen müss 
Abs! Mik1- I1IkgEgMt del -Herr, der Sohn seines Leibes solle sein Erbe sein. Und n 
heißt er ihn hinausgehen und die Sterne des -Himmels ansehen. So zahllos wie 
solle seine Naehko11cmenschaft werden. Abram glaubt auf"s Wort, bittet jedoch um 
äußeres Merkzeichen der Gnade. Auch das gibt der Herr, indem er nach Mensehenw 
einen feierlichen Opferbund mit ihm schließt. Aus lehtern deutet der in der Ecke unse 
Bildes rauchende Altar. Der Herr hat sieh zu dem schwachen Menschen tief herabgela1 
und deutet dem demüthig und verwunderungsvoll aus seiner -Hütte gekocn1nenen se 
unzählbare Nachkommenschaft am nächtlieh geiiirnten -Hitnmel an. Die drei Knaben 
s?alten, welche traulirh und neugierig sich an Gott den Vater schmiegen, bedeuten wie 
die ewigen,' auf seinen Wink gehenden, Alles möglich 1nachenden Kräfte dessen, der 
demselben Abram sprach: ,,Jch bin der allmächtige Gott, wandle vor mir und sei from: 
22. Abram erblickt das ihm verheißrne Tand.  
1. Most! 15, 5. 
NUtI VkgiUUt EIN SEND M1M Abschnitt im Reiche Gottes. Sein war ausgeschieden 
aus den AUVkM STIMMEN- UM'Tk5get des Glaubens und der Be-rheißung skik1 zu kön- 
nen. Aber auch unter die Stumm drang der GöHendienfI ein. Daher mußte aus ihnen 
25. -?lb1-ahnen empfängt die Veri)eijZung, daß ihm ein 
Hohn geboren werden soll. 
1.Mose14, 18. 19. 20. 
Gott hat seinem Erwählten zuerfi das heilige Land gezeigt, dann verheißetI- I 
et ein Vater vieler Völker werden soll, weßwegen er ihn nun Abrahani statt Abt 
(Vater einerMenge sinkt hoher Vater) und sein Weib Sarah (Fürftin) statt Samt (me 
-Herrschaft, meine Frau) nannte. Endlich zeigt ihm der -Herr das Nächste- Abs! NO 
wendlgste zur Erfüllung jener Verheißungen, die Geburt des Sohnes an. Das thut er 
UOkh mehr herablafsender Weise denn bisher, indem er in Menschengtlkalt mit zwei U 
gleitet--! ihn heimsucht und sich von ihm I--wi-ihm läßt. Wir seh--: Ae im Bilde als C 
St! Mit Flügeln , die zwei ehrerbietig zuriickstehenden Begleiter auch Mit RSksesiäben v 
sehen. Der.-Bornehms1e unter ihnen sieht gtoßpräehtig in voller Klarheit da und beder 
dem hoch uberrafchten Abraham mit Wort und -Hand, daß et schon bis über"i3 Je 
ecnen Sohn haben solle von der Sarah da drinnen- auf die er mit der Linken hinwei 
Satah selber lehnt hinter der halboffenen Hüttenthür und wird von dem gehörten Wo 
zwar freudig erregt, vom Gefühle des Außerordentlichen und Wunder-lichen aber, I
        

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