Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Malerei
Person:
Janitschek, Hubert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975647
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3947649
 Christoph Paadiß und Michael W-illmann. 565 
,,die Urkunde" in der k. Galerie in Dresden (1994): eine reichgekleidete Dame, 
die einem Schreiber diktiert. Große Lebendigkeit des Ausdrucks, sorgfältige Be- 
handlung der Gewandung, ungewöhnlich feine koloristische Haltung zeichnen dieses 
Bild aus. Von hohem Reiz der fein gestitnmten Farbe ist sein Bauer in der 
Hütte in der k. k. Galerie in Wien. Von gleichem Farbenreiz und intimer Durch- 
führung ist der Marodeur in derselben Sammlung (Nr. 1103) aus dem Jahre 
1665. Daran reihen sich der Lautenschläger in der Münchener Pinakothek (Nr. 1407), 
die Tanzenden Bauern in der Schleißheimer Galerie (Nr. 6(37). Ein Jagdbeutebild- 
aus dem Jahre 1660 befindet sich im Schloß Morihburg bei Dresden. Ein anderes 
Tierftück des Malers: Ein Wolf verzehrt ein Lamm, während der Fuchs heranschleicht, 
in der Galerie in Schleißheim (Nr. 665), scheint das legte Werk gewesen zu sein; es 
entstand im Wettstreit mit dem Maler Rosenhof, und da dieser mit seinem Bilde 
(es befindet sich in der Bamberger Galerie Nr. 330) den Preis davon trug, soll sich 
Pandiß dies so sehr zu Herzen genommen haben, daß er darüber starb. Von Heiligen- 
bildern sind nur zwei Darstellungen des heil. Hieronymus, das eine in der k. Galerie 
in Dresden (Nr. 1099), das andere in der Galerie in Augsburg (Nr. 701) hervor- 
zuheben. Tüchtige Bildnisse seiner Hand besiHen die Galerien Schleißheim, Dresden 
und die k. k. Galerie in Wien. 
Der Rembrandtschen Richtung gehörte auch Michael Willmann an, geb. 
1629 zu Königsberg i. Pr., gest. 1706 auf seinem Landgut bei Leubus in 
Schlesieu, wo er den größten Teil seines Lebens ver-bracht hatte. Sein Lehrer war 
Jak. Adr. Backer in Amsterdam, der ein Schüler Rembrandts war, dabei aber 
Fühlung mit der romanistischen Richtung behalten hatte. WilImann war vor allem als 
Gsf(hichtsmaler thätig und als solcher sehr fruchtbar; da"er in dem Dienste der Cister- 
zkSUser von Leubus stand, so gehörten seine Vorwürfe der Mehrzahl nach dem reli- 
giösen Gebiete an. In der Zeichnung und Charakteristik ist er niOt gleich; bald 
ist er Vertreter des kräftigen Realismus der Richtung Rembrandts, bald hat er an 
zUhMMk SkhCkdetM1g, an anmutigen Formen Gefallen; leHteres tritt besonders an 
seinen mythologischen Bildern hervor. Jn der Färbung herrscht ausschließlich der 
Einfluß Re1nbrandts; seine flott gemalten Bilder sind von warmem, braunem Ge- 
samtton. Am besten ist der Meister im Museum in Breslau vertreten (mit zweiund- 
zwanzig Bildern), eine Entführung der Europa von 1679 besiht das Schweriner 
Museum (Nr. 1120)- Ein hübsches kräftig gemaltes Knabenbildnis die k. Galerie in 
Dresden (Nr. 1997).-I-) 
Ein anderer in jener Zeit berühmter Geschichtsmaler, David Kloecker-Ehren- 
strahl aus HiAMbUkg (1629"-1698)- hat in Schweden die Stätte seines Wirkens gehabt. 
Dort sind Mc) fElUC WCT"kE- große Historienbilder, wie ein Jüngstes Gericht und 
eine Kreuzigung in der Nikolaikirche in Stockholm, die Krönung Karls XI. in Schloß 
Drottniugholm, dann Tierstücke, Bildnisse zu finden. Ja seinen Historien bekennt er 
sich ganz zur italienisierenden Richtung, bei der ihm Pietro da Cortona in Rom. zum 
Wegsührer geworden war. Seine Werke wurden von Stechern wie Edelinck, Grignon, 
 A. Knobloch, Leben und Werke des Malers Michael Lukas WilImann. 
lau 1868. 
Bres-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.