Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Malerei
Person:
Janitschek, Hubert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-975647
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3942142
Sächsisi-he, hessische, westfälische Miuiaturen. 145 
Bibliothek angehört nnd gleichfalls dem Kloster Wöltingerode entstammt. Die Künst- 
lerin ist eine Nonne, die Entstehungszeit ist die erste Hälfte des dreizehnten Jahr- 
hunderts. Das Kalendarium ist nur f1"CgMeUtU1"tseh ekhrtlten. Die Zeichen des 
Tierkreiscs sind auch hier über den Bildern der Apostel angebracht, die Monats- 
beschäftigungen dagegen i11 goldenen Medaillons in der Mitte des unteren Randes 
der Einfassung. Das B des Beatus i11e ist eine ornamentale Prachtleistung der Zeit; 
wie im Psalter Hermanns von Thüringen bilden den Mittelpunkt des reichen Orna1uent- 
Werkes: David der Sänger und David der König. Es folgen die Darstellungen der 
Geburt Christi, Taufe, Verklärung, GAsk1Ue1hk TM Hause des Lazarus, Einzug in 
Jerusalem, Kreuzigung, Himmelfahrt, Pfingsten- Auf Blatt 9 geben auch wieder 
jene Verse des 92. Psalms: Der Gerechte Wird gküUet1 U. s. w., das Motiv einer 
Darstellung, die aber im VerglekThe zUM Bilde im Hermannpsalter eine ver-einsachte 
und deutlichere Fassung zeigt. JU de! UUkere11 Abteilung siHt Abraham (selbst die 
dreigeteilte eniporstehende Seheitellocke fehlt Uiehk)- eitle Seele in Gestalt eines Kindes 
in seinem Schoße haltend. Hier ist Wohl Nicht an einen besonderen Verstorbenen zu 
denken, sondern Abraha1ns SshVß Als VVTt)Vs Gottes überhaupt gedacht. An jeder 
Seite Ab:-ahams ein Baum, aus dessen VkUkksäThern Menschenköpse hervorschauen. 
Unter jedem Baume je zwei Gestatten- tVetet)e sieh All dessen Stamm oder Geäste fest- 
halten; ein fünster kehrt sieh Mit heftiger Gebärde von dem Baume ab. Und damit 
die M-1l)mmg eis1dIM9Hek)eT Werde- daß W der Gerechte in den VesiH der Seligkeit 
gelange, ist in der oberen Abteilung .Christus als Richter dargestellt  umgeben von 
den Evangeliste11shIUbVteU UND den FÜksPVeehern Maria nnd Johannes, An Kraft 
und Lebhaftigkeit des Ausdrucks steht die Malerin in diesem Bilde dem Künstler des 
He17MMMPsUtteI7s Utc)t Weh? tVVt)t aber ist the der lehtere an Größe, Freiheit und 
Adel des Stils weit voraus.  
EkUeM WUhVsehetUtkeh hessiseheU Kloster entstammt das Evangeliar, datiert 1194, 
in der Bibliothek zu Wolfenbüttel (C0d. He1mst. 65), Jn dreizehn DarskekIUngen, 
endend mit dem Jüngsten Gericht, wird die Erlösungsgeschichte erzählt. Außerdem 
noch die Bilder der Evangelisten und reicher Jnitialenschmuck. Die Zeichnung ist derb, 
aber hält sich aufsalIeUd frei Von der Anlehnung an die ererbten Typen. Das Formen- 
ide0l des K1"Msttets steht stettteh ttttt)t both- Die zekehnende Behandlung tritt im Nackten 
sehr vor- Die Gewänder fetten 3temtteh gut- Die Farbe ist hell, zum Bunten neigend. 
Ein Weskfähsehes DeUtmat ist ein EV0Ugeliar aus dem Kloster Hardehausen bei 
Wakk,Ukg (jesz,t Kassel, Kgl. Bibl. MS- the0l. f01. 59). Die Evangelistenzeichen in den 
Bogen der KanonestafelU sind in FedeVzetEhUUUg (rot und schwarz) durchgeführt. 
Die WÜVsekkAPttette der SäUteU stUd nett reichem antikisiex-enden Laubwerk verziert. 
Die Bilder, welche die Evangelien schmücken, führen nicht in geschlossener Folge das Leben 
Christi vor, sondern sie heben die HaUptercigUisse jedes Evangeliums heraus. Sie sind 
in kräftiger Deckfarbe durchgeführt Die Fvrmengebuug zeigt, ein Schwanken zwischen 
V) JU Sc)öUEMAM1s HUNdEVk MeVkWÜkVkgkEiten der he1:z. Bibliothek zu Wolfenbüttel unter 
NO- 48 k1Sfc)VkEkIE"- IN O- V- HEiUeMAUUs neuem- Noth im Erscheinen begriffenem vorzüglichen 
Werke ,,Die Handschriften der herz. BiblkVtk)Ek zu Wolfenbüttel" als Cod. He1mst. 521. Hier 
auch die Vermutung, daß die Schreiberin dem GEsChIetl)t der Grafen von Wöltingerode angehört 
haben dürfte (1l, S. 12). 
  
        

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