Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Baukunst
Person:
Dohme, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967995
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3935092
58 
Deutsche Baukunst. 
Blüte-zeit des romanische11 Stiles. 
Im Aufbau beider Kirchen fallen zu11iichst im Gegensatz gegen die älteren Werke 
die außerordentlich schlanken Verhältnisse auf. Die Höhe des Mittelschiffe5 verhält 
sich zur Breite in Speier wie 2IJ;, zu 1; in Mainz gar wie  zu 1, Proportionen, 
über welche die Gotik nur selten hinausgeht (in Köln ist dasselbe Verhältnis wie It 
zu 1). Es war daher unrichtig, wenn ältere Schriftsteller die schlanken Verhältnisse 
in der Architektur des reiferen Mittelalters aus dem Einfluß der mystischen Philo- 
sophie auf die bankünstlerisehen Jdeale der Zeit erklären wollten. Die heutigen 
' Verhältnisse der Kirchen von Mainz nnd Speier wurden ungefähr schon um Hm) 
bestimmt, während die Blüte des- Mhsticismus reiehlieh zwei Jahrhunderte später fällt, 
Die enggestcllten StüHen haben in Mainz nur an den Hauptpseilern Halbsäulen- 
vorlagen," welche die Gewölbegurte tragen, während die Halbsänle in Speier allen 
 w -   wwwws www! www! 
w E  s  !-s  www  s 
 wwww  w w  wwwwwwwwwwwwwwwwwwwww 
-   w wwwwwwHww wwwWw    
vorgelegt ist. Blendbögen, in denen die Hanptfenster des Obergadens sitzen, verbinden 
sie hier untereinander. Die letzteren sind also jeHt, in weiterer Ausbildung des i1n 
Chor von LiInburg zuerst vorkommenden Motives, organisch mit dem Ganzen zu- 
sammen geschlossen. Ein Fortschritt von Bedeutung, dessen Vorstufe schon Mainz zeigt! 
Auch hier steigen die Pfeiler als Blenden über die Arkaden hinauf und sind oben von 
halbrundeu Bögen verbunden. Aber diese Anordnung ist nur dekorativ, erfüllt noch 
keinen organischen Zweck, denn die Fenster siHen erst im großen Schildbogen der 
Gewölbe über diesen Blendarkaden.  Die Details sind in Mainz an allen 
Hauptteilen noch einfach und derb, gelegentlich nur aus Platte und Schtniege 
bestehend. Nur an nntergeordneteren Teilen kommen reicher ornamentierte Kapitelle 
vor, von denen einzelne unverkennbar an antike Vorbilder anlehnen. Jn der 
ästhetischen Wirkung ist Speier schlanker, heller, leichter als Mainz, aber fast ebenso 
schmueklos in den Einzelheiten. 
Der dritte der drei großen Dome, der von Worin-Z, erwächst aus den Errungen- 
schaften seiner beiden Vorgänger. Zwar gehört der Grundplan mit seinen zwei
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.