Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Baukunst
Person:
Dohme, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967995
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3938302
Sächsische Schule: Tor-gau, Berlin, Dresden. 
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Formgebung wohl ans eigener Kraft innerhalb der Schul-  e  
tradition.  so-    
Die Bildung des Saalbanes vom Hartensels mit seinen E   
Erkern und dem Treppenturm übertrug seit 1538 Kaspar I  ji. 
Theiß an das Schloß zu Berlin. Zwar ist Urkundlich über s- -IN    
Theiß" Herkunst nichts festzustellen; aber seine Kunst zeigt, W-  
daß er der sächsischen Schule angehört, und nach der Über-   ss" 
einstim1nung der Formen von Torgau und Berlin wird er    
als Schüler des Konrad Krebs anzusprechen sein: hier wie    X! 
dort dieselbe Detail-, dieselbe Fensterbildung, ja vielfach sehr    
Verwandte Profile. Freilich beweisen dies in Berlin nur noch H il   
dürftige Reste, denn Theiß" Bau ist heute verschwunden, ver-    H 
drängt durch Schlüters spätere Schöpfung. l"Yi Z:  IF 
Die dritte und legte große Schöpfung dieser Schule ist F   
der Umbau, den Kursürst Moritz, seit 1547 an seiner Dresdener pp se   :s, 
Residenz durch Kaspar Voigt von Wierandt vornahm: eine    ,ss, 
dreiflügelige, in rechten Winkeln gebrochene Anlage, welche  In; W  
auf der vierten Seite durch einen schräg dagegen laufenden   ji 
älteren Flügel begrenzt wird. Jm zweiten Geschoß dieses -N  T, 
leHteren wurde der damals so beliebte Riesensaal angelegt, J)   
in den Ecken des Hofes Treppentürme, von denen die beiden J-. THE'-: ""7 l 
südlichcn (D und E in Fig. 248) die älteren und ein- " 
facheren sind, während die am Nordflügel eine interessante    
Weiterbildung des Torgauer Motivs bieten. Die aus den   -H-J 
mittelalterlichen Schloßanlagen noch herübergenommene Frei-   
treppe fällt bei ihnen weg und der Unterbau ist achteckig gebildet;   ;1 
achteckig steigt über ihm auch das eigentliche Treppenhaus    
aus mit seinen wohlproportionierten Pilastern und dem reichen  it-i 
Hauptgesims darüber. Als Abschluß des Ganzen dann noch  "   
ein runder, mit Halbkuppeln geschlosseuer und einst ebenfalls    Ist 
mit Pilastern dekorierter Turmaufsah. Das Ornament ist hier ,-H   
bereits sehr viel freier in der technischen Behandlung, italienisch   J"" 
klafsischer in der Zeichnung als an den beiden Südtürmen.   ;     
Jnmitten der Nordsront des Hofes zwischen beiden Treppen- is:   Ist 
türmen liegt eine breite, dreigeschossige Loggia. Jm west-  H,  J-is 
ruhen Teil dieses F-kiige1s führte ein reich gesc)miiektes, jeHt     I-" 
am Judenhof ausgestelltes Portal zur Schloßkapelle. Während II)   s-  
der ganze übrige Bau (bei allerdings der fort- 
geschrittenen Zeit entsprechend ausgereifteren Formen) 
sich durchaus noch als ein Glied der sächsischen Schule  
aus-weist, steht dies Portal in unverkennbare1n Gegen- 
sag dazu. Es zeigt die volle Klassizität der Schule     
 Und ist se .dss The dss W   
Schülers desselben, des G1ov. Maria Paduano, der um Hofes in Dresden.
        

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