Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Baukunst
Person:
Dohme, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967995
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3937905
Preußen. 271 
So vermied man, gelegentlich wenigstens, die Einförmigkeit des aus nassein Thon 
in Modeli1 gepreßten und deshalb stets gleichmäßig wiederkehrenden Ornainentes. 
Freilich haben die Militärarchitektcn des Ordens für ihre Burgenbanten in erster Linie 
fortifikatorische Jnteressen im Auge. Jene reich belebte Dekoration der Fassaden in 
farbig glasierten Ziegeln, wie sie die Mark liebt, kommt an den Ordensschlössern 
nicht vor. Zumeist bieten diese äußerlich glatte Flächen, die allein für Kirche iind 
Kapitelsaal mit größeren Fenstern belebt, im übrigen nur mit schmalen Lichtsihlihen 
versehen sind. Dabei führt das stets wieder- 
kehrende gleiche Bedürfnis zur Entwickelung    
einer bestimmten Norm der Anlage. Die   
Schlosser siiid Kaserneii sur die klosterlich  
geschulte Ritterschar und gelegentlich selbst  
        
sur die eigentlichen T1-uppen. Ihre Anlage  Jkzv    
gleicht im großen Ganzen den Klosterbauten. MS  F 
vier Flügel, die einen ziemlich quadraten  
.-Hof 1imschließen, an den Jnnenseiten in    
Jedem Geschoß Kreuzgänge, jin Nordflügel  
Kapelle und Kapitelsaal. In den Ecken  
gelegentlich feste aber nicht sonderlich hohe  
Türme. Rings um das Schloß Zwinger,  
Vorbiirgen und sonstige Befestigungen. Für    
dies alles hatte der Orden, bereits ehe er  
im Prei1ßenlande Fuß faßte, das Schema  
entwickelt. Sein Zentralpunkt im Orient,   
die Starkenbiirg (Montsort), nordöstlich voii   
Aecon 1229 errichtet, zeigt heut noch    
in Triini1nern dieselbe Anlage; das dort  
e probte  ab t l n ,n d,e  
r em u er rig iiia i i neue  
Heimat. Und was der Orden vorgebildet,  
das ahmten die Bischöfe in ihren Bauten "    
nach. Das wohlerhaltene Schloß des Bischofs      
von Ermeland, Heils-berg ist eine genaue   
Kopie der Or-densburgen und ebenso das     
bisihöfliche Rüssel; ähnliches gilt auch von  
dem Kapitelgebäude, welkk)es sich zu Marien-   
werder an den dortigen Dom schließt, Fig- 233- Ue-1g1i11ge! ThOtiI1SteI1di11- 
um nur diese drei Beispiele zu nennen. 
Aber nicht nur die Bnrgbauten gleichen einander im Lande. Auch für den Kirchen- 
bau entwickelte sich ein besonderes Gepräge; denn der Orden bildete allmälig eine feste 
Schule von Baiimeistern und Handwerkern aus, welche bestinimenden Einfluß ans die 
Formbehandlung gewann. Auch wirkte die für das Mittelalter beispiellos gleich- 
mäßige und wohlorganisierte, dabei zugleich sehr autoritative Regierung aus eine 
dischein Sai1dstein gebildet wird, während die dritte Periode mir Stuckfiguren lieferte, d. h, aus 
einer MischUUg VIII KAkk- Gips, Sand, Ziegelniehl 1ind Eichenasche geschnittene Darstelliingen.
        

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