Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Baukunst
Person:
Dohme, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967995
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3936241
Westfalen. 
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gebreitete Ornament, zum Teil noch von ältere1n Geist durchweht, zum Teil bereits 
einen maßvollen Realismus zeigend. Namentlich jene noch romanischen Charakter 
tragenden Teile aber sind von so korrekter und schöner Zeichnung, so herrlichem 
Fluß der Linien, so sauberer präziser Ausführung, daß sie geradezu klassische Vor- 
bilder des Stiles geben. 
Wie diese Gruppe kleinerer Kirchen als Ganzes schon durch die Hallenform und 
vielfach auch durch Wölbungs-Abnormitäten die selbständige Stellung der westfälischen 
Architektur kennzeichnet, so findet sich ähnliche Eigenart ebenfalls in den großen 
Bauten des Landes. Zunächst im Dom zu O-I-nabrück. Um die zwanziger Jahre 
des dreizehnten Jahrhunderts wurde derselbe mit Erhaltung älterer Reste neu her- 
gestellt: eine Basilika in gebundenem System mit zwei (älteren) Westtürmen und 
rechtwinklig geschlossenem Altarhaus, letzteres eine Form, die in dieser Periode 
namentlich bei größeren Anlagen in Weftfalen vielfach beliebt ist. In den drei 
Langhausjochen sind Haupt- und Nebeustühen in auffallender Weise unterschieden: 
Mächtige, mehrfach abgetreppte Vorlagen an den HauptstüHen tragen die schweren 
Gurte. Die gewaltige Masse dieser Pfeiler macht es auch dem Laien augenfällig, daß 
sie im wesentlichen die Last der Wölbung trägt, während die Zwischenpfeiler nur 
untergeordnet sind. Darauf weist auch die große Halbkreis-blende hin, welche, zwischen 
die Hauptpfeiler eingespannt, je zwei spiHbogige Arkaden umschließt. Die Rippen der 
hochansteigenden spitzen Kreuzgewölbe sind nach westfälifcher Art nur dekorativer 
SCHOTT Im ganzen giebt sich das Innere als ein wuchtiges aber charaktetV1)lIEs UND 
imponierendes Werk. Veachtenswert am Äußern ist die reiche und eigenartige Be- 
lebung der Mauern des Ober-gadens. Der Architekt greift hier zu einem Gedanken, 
der an dem etwas jüngeren Dome zu Münster (umgebaut 1225-61) dann Weitere
        

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