Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Stilleben, Frucht-, Blumen- und Tierstück, Bildnis, Akt, Figurenbild
Person:
Schmid-Breitenbach, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967970
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3876837
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und ihn dadurch modelliert, daß man den Schatten des 
Tropfens und seinen Schlagschatten auf dem Blakte 
angibt und zuletzt das Glanzlicht und das Neflexlicht 
einselzt. Am den Tautropfen harmonisch zur Am- 
gebung zu bringen, betrachtet man dessen Wirkung in 
der Ferne und mildert dessen etwaige iibertriebene Pla- 
stik zu harmonischer Erscheinung. Die Vielen kleinen 
Flächen der Blumen und Blätter veranlassen oft eine 
Spitzpinselei, die, je fertiger das Bild wird, einen desto 
peinlicheren Eindruck erzeugt. Die Mühe und Arbeit, 
welche der Maler auf sein Werk verwendet hat, kommt 
dem Beschauer so aufdringlich entgegen, daß er zu 
keinem ästhetischen Genusse gelangt. Der Maler ver- 
gesse nie, daß s eine Arbeit nicht unter die Lupc, sondern 
zum Schmucke der Wand gehört. 
Wenn auch bei der Blumenmalerei der Ton nicht 
die maßgebende Rolle wie bei der Landscl)afts1nalerei 
spielt, so darf er doch nicht vernachlässigt werden, soll 
das Bild nicht die brutale Wirkung eines Kaleidoskopes 
erzielen. Darum sorgt man bei der Durchführung des 
Bildes besonders für dessen einheitlichen Ton, der zu- 
gleich die notwendige FJarmonie erzeugt. Je stärker 
die Mitteltöne zur Geltung kommen, desto reicher er- 
scheint das Bild zu sein; Bilder, die nur aus Licht- 
und Schattenflächen bestehen, wirken trotz ihrer brutalen 
Erscheinung ärmlich. Bequeme Maler erreichen die 
Einheitlichkeit des Tours dadurch, daß sie eine Lasur- 
farbe über das ganze Bild streichen, in der die Einzel- 
töne ertrinken. Dieses unkünstlerische Verfahren wendet 
der Primamaler nicht an. Er gibt die Lichtpartien aller
        

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