Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerfarben, Mal- und Bindemittel und ihre Verwendung in der Maltechnik
Person:
Linke, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967954
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3885985
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grünes.-er Farbe, wird ohne Weintrester gewonnen: Kupferplatten werden 
mit essiggetränkten Flanellappen geschichtet und unter öfterem Llmlegen der 
Luft ausgesetzt. 
Der basische Griinspan schwillt, mit Wasser zusammengebracht, lang- 
sam auf und zerfetzt sich damit zu neutralem essigsaurem Kupfer und in 
Wasser unlöslichen überbaßschen Salzen. 
Die zweite im Handel erscheinende Grünspansorte, der sogenannte 
kristallisierte oder destillierte Grünspan, in Wasser löslich, ist das 
neutrale essigsaure Kupfer (cuc4Hs04 - l-l20). 
Man erhält ihn durch Auskochen des rohen blauen Griinspans mit 
Esßg, Eindampfen und AuskristalIisieren der Lösung in Kristallkrusten von 
tiefgrüner Farbe (spangrün). 
4- Der Grünspan kommt infolge seiner Löslichkeit in Wasser eigentlich 
nur als T3lfarbe in Betracht und zwar zumeist der blaue; ist aber auch da 
eine unverläßliche Farbe, die mit dem Ole im Laufe der Zeit immer grüner 
wird (Vildung von fettsaurem Kupfer) und sich mit vielen anderen Farben 
nicht verträgt. 
S- Er darf daher eigentlich nur als Lasurfarbe und zwar von den anderen 
Farben durch Harzlackzwischenschichten geschieden verwendet werden. 
Er kommt selten mehr als Malerfarbe in Anwendung und dient 
hauptsächlich zur Herstellung des Schweinfurter Grüns. 
7- Grünspan wird durch Schwefelwasserstoff oder Schwefelnatrium 
(s. S. 31) schwarz (Schwefelkupfer); sonst ist er durch die Löslichkeit in Wasser 
und  wie,alle Kupferfarben  dadurch charakterisiert, daß er mit über- 
schiissigem Ätzammoniak eine tiefblaue Lösung gibt (s. S. 63). 
9s Der französtsche Namen für Grünspan ist Vert de gTis, der englische 
Verdigrjs. 
Schweinfurter Grün, Deckgriin. 
1- Die Farbe ist eine Doppelverbindung von essigsaurem und arsenig- 
saurem Kupfer und enthält in 100 Gewichtsteilen: 
31,50Xo Kupferoxhd 
58,50J0 At"seUik (Äs203,  S. 17) 
10 M) Essigsäure. 
Sie ist enorm giftig und von der Verwendung für Papier, Stoffe und 
2-3- Gebrauchsgegenstände gesetzlich ausgeschlossen. Sie wurde zuerst 1814 in 
Schweinfurt dargestellt und bildet sich, wenn konzentrierte Lösungen von 
Grünspan (essigsaurem Kupfer) und Arsenik zusammengegossen werden. Der 
zunächst entstehende, flockige, schmutzig braungrüne Niederschlag wird beim 
Stehen unter der Flüssigkeit bald zu dem lebhaft gefärbten, kristallinischen, 
in Wasser ganz unlöslichen Schweinfurter Grün. 
4- Wegen ihrer enormen Giftigkeit ist die Farbe ganz verpönt und nur 
mehr in der Kunstmalerei und auch da nicht viel in Verwendung, da der 
brillante Farbkörper wohl durch das Licht nicht leidet, sich aber nicht mit
        

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