Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerfarben, Mal- und Bindemittel und ihre Verwendung in der Maltechnik
Person:
Linke, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967954
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3885633
F 
Zur chemischen Prüfung des F-arbstoffes in einer Maler- 
farbe muß derselbe naturgemäß zunächst von dem Bindemittel be- 
freit T-werden; dieses könnte sonst die charakteristischen chemischen 
Neaktionen stören. Es wird dies namentlich für Dlfarben gelten. 
Man verfährt da am zweckmäfzigsten folgendermaßen: man 
verreibt ein Quantum der Olfarbe (etwa von Haselnußgröße) mit der 
Ho rnspachtel auf der Palettei mit frischem, klarem, farblosem 
Terp entingeist zu einem dünnen Brei und setzt diesen nun tropfen- 
weise (wieder mittels einer Spachtel) auf eine poröse Masse: auf einen 
flachen Scherben von einem gewöhnlichen irdenen Blumentopf oder 
sonst ein Plättchen aus gebrannter, poröser Tonmasse, auch wohl auf 
vielfach zusammengelegtes Filtrierpapier oder Löschkarton. Die porös e 
Unterlage saugt die ölige Lösung des Bindemittels auf. Bei einiger 
Sorgfalt und langsamem, tropfenweisem Aufsetzen von Farblage auf 
C.Farblage bringt man es leicht zustande, das ganze Farbquantum 
auf einer kleinen Fläche, also in dicker Schicht beisammen zu halten. 
Erscheint diese trocken, hebt man mit der Hornspachtel von der 
Unterlage ab, ohne Teilchen der Unterlage mit abzukratzen. Man 
bringt die abgehobene Farbmenge neuerdings auf die reine Palette, 
verreibt nochmals mit Terpentingeist, setzt wieder auf eine frische 
poröse Unterlage auf und hebt den trockenen Farbrest wieder ab. 
 Verfährt man in gleicher Art noch ein- oder zweimal unter 
Verwendung von Weingeist (Spiritus) statt Terpentingeist, so 
wird man die Farbe schließlich auch von Terpentingeist befreit, 
und zur chemischen Prüfung geeignet erhalten. 
Bei Wasserfarben kann man in gleicher Weise verfahren, 
wird aber natürlich nur destilliertes Wasser zum Verdünnen  
nicht Terpentingeist und nicht Spiritus  anwenden. Neste 
wäßriger Bindemittel stören auch die Neaktionen im allgemeinen 
weniger als ölige Stoffe. 
8. Erscheinen im Handel etwa Surrogate des Farbstoffes unter gleichem 
Namen? Wie erkennt man diese? 
Oder ist der Farbftoff Verunreinigungen und Verfälschungen 
unterworfen? Welc)e hauptsächlich schädliZchen Beimengungeu 
sind zu beachten? Wie sind dieselben zu erkennen? 
9. Erscheint der Farbstosf etwa unter mehreren Namen im Handel? 
Vei der folgenden Beschreibung der einzelnen Farbstoffe finden diese 
9 Fragengruppen Verückßchtigung und sind zur leichteren Orientierung die 
entsprechenden Nummern am Rande neben den Text gesetzt. 
Die ,,Deutsche Gesellschaft zur Veförderung rationeller Malerverfahre11 
in -München" hat  als Resultat ihrer Cnqueten  eine Skala von 
Fa rbstos sen für L3lmalerei festgestellt, die, wenn rein und unverfälscht, 
Linke, Die Malerfarben. 3
        

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