Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerfarben, Mal- und Bindemittel und ihre Verwendung in der Maltechnik
Person:
Linke, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967954
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3886339
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kulare Zerfall, welcher optisch als Triibung (,,Schimmel") exschien, war dadurch 
zwar momentan wieder behoben, die Sache wurde aber infolge des nun größer 
gewordenen Dlgehaltes der Vildschichte später noch ärger, und dieses Nähren 
mit Ol war demnach ,,kein Herrichten, sondern ein Hinrichten der Gemälde" 
(Pettenkofer).  
Heute ,,nährt" man Gemälde nur mit .s5arzen, zumeist mit Kopaiva- 
balsam; noch besser ist dafür Kopaivaöl (s. S. 98). 
Ob ein Zusatz von Vaselineöl zum Kopaivabalsam, wie es Prof. 
Dr. Vüttner empfiehlt, hiebei ohne Folgeübel ist, wird wohl erst längere 
Erfahrung lehren müssen. 
TZllacke halten im allgemeinen länger den Atmosphärilien stand, als 
reine Olfirnisse.  
Dies ist mit ein Grund für die Einführung der 
Hat-zölfarben, 
wie etwa der sogenannten Mussini-Farb en der Firma H. Schmincke 8c Ko. 
in Düsseldorf. In denselben ist ein Teil des Leinöls durch einen Dllack 
(Vernstein- oder Kopallack) ersetzt. 
Die Mussini-Farben sollen auch Kopaivabalsam enthalten. 
Die .85arzölfarben sollen dadurch, daß sie nur so viel Ä, als zur Vin- 
dung der Farbkörper und zur,-Malfähigkeit unbedingt erforderlich ist, im 
übrigen Harz und ätherisches Ol enthalten, glatt, nicht runzlig auftrocknen 
und länger klar bleiben. 
Diesen angeblichen Vorzügen wird entgegengehalten, daß bei einem 
später einmal nötig werdenden Negenerieren das Abnehmen des krepierten 
Firnisses (Lackes) von solchen Farben, die selbst in fiel) schon Harz enthalten, 
mit größeren Schwierigkeiten und Gefahren für die Farbschichte (Lasuren 2c.) 
verbunden sein muß (s. S. 105). 
Eine besondere Abart der .83arzölfarben sind die 
Petroleumfarben, 
in neuerer Zeit von Maler Ludwig systematisch durchgebildet und von der 
Firma Dr. F. Schoenfeld in Düsseldorf in den Handel gebracht. 
In den Ludwigschen Petroleumfarben ist neben Leinöl und Vern- 
fteinlack auch ein Quantum Petroleum, nach Ludwigs Angaben die 
zwischen 275-375 O C siedenden Mittelöle (s. S. 99), enthalten.  
Dieses Petroleum soll die Farben geschmeidig machen und ihnen eine 
wertvolle Eigenschaft verleihen: die C.Nalerei könne, im Kühlen gehalten, be- 
liebig lange naß erhalten werden, so daß ein langes Arbeiten naß in naß 
möglich sei; an die Wärme  Sonnen- oder strahlende Ofenwärme  ge- 
bracht, soll dagegen das Petroleum r asch und fast völlig verdunsten und 
das Bild rasch trocken werden. 
Ludwig warnt vor der Anwendung ,,nicht gut destillierter, vaselinhaltiger 
oder sonstiger nicht verdunstende, schmierig bleibende Nückstände enthaltender
        

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