Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerfarben, Mal- und Bindemittel und ihre Verwendung in der Maltechnik
Person:
Linke, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967954
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3886254
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geriebenen Farben sind nach dem Eintrocknen mit WasT er nicht mehr abwasch- 
bar (das Ammoniak ist verdunstet). 
9)2an kann den für manche Verwendung des Schellacks (z. V. zum 
Fixieren von Zeichnungen) störenden, geringen Farbstoffgehalt desselben durch 
ein geeignetes VleichVerfahren (Chlorbleiche) ganz entfernen. Der solcherart 
gebleichte weiße Schellack kommt in seidenglänzenden gedrehten Stangen 
(auch gefärbt) in den Handel. Beim Lagern zerfetzt sich derselbe leicht, wird 
brüchig und unlöslich (Folgen des Chlorangriffes). Aufbewahrung unter 
Wasser schützt ihn länger vor dieser Zersetzung. 
Am aus gebleichtem Schellack eine klare Alkohollösung zu bekommen, 
schlägt Klar einen geringen Zusatz von Zinkoxyd vor; beim Stehen setzen sich 
die triibenden Teile an das Zinkoxyd gebunden ab. 
Als Verfälschung dem Schellack zugeschmolzenes Kolophonium kann 
durch seine Löslichkeit in Ather erkannt werden. 
Zither-iscl7e (I)le. 
Unter diesem Namen wird eine große Zahl dem Pflanzenreiche ent- 
stammender Substanzen zusammengefaßt, die als ,,ölartige" Flüssigkeiten 
erscheinen, insofern sie die äußerlichen Merkmale mit den T)len gemein haben: 
He schwimmen auf Wasser, lösen Ich in demselben nicht, dagegen in den 
Lösungsmitteln für Fette. Sie machen auf Papier den charakteristischen 
,,Fettfleck"; aber dieser Fettfleck verschwindet nach einiger Zeit, namentlich in 
der Wärme: das ,Ol hat sich verflüchtigt. Man nennt sie deshalb wohl 
auch ,,flü chti g e O le", obschon dieser Name eigentlich einen weiteren Vegrif 
umfaßt und auch diejenigen ölartigen Flüssigkeiten einschließt, die nicht rezenten 
Pflanzen entstammen, wie das Petroleum, oder auch künstlich durch trockene 
Destillation (s. S. 75) gewonnene Produkte. 
Ätherisch heißen die Ole auch wegen ihres eigenartigen, nicht immer 
gerade angenehmen Geruches; viele darunter sind allerdings die Träger der 
pflanzlichen Wohlgerüä)e und daher die Grundlagen der Parfümerie: so das 
Nosenöl, das Neroliöl, das, Vlang-Vlang, das Opoponaxöl 2c. 2c. 
Keines der ätherischen Ole ist in der Zusammensetzung den Fetten ähnlich: 
keines- enthält Glyzeride von Fettsäuren, keines läßt Ach demnach nach Art 
der fetten O"le verseifen.  
Die meisten ätherischen Ole bestehen der F)auptmasse nach aus Kohlen- 
wasserstoffverbindungen, unter denen am häufigsten die sogenannten T erp en e 
 (c10 Hm) nebst den .83emiterpenen  Cz l-is und Polyterpenen  (c5 I-is) x 
vorkommen. 
Eine Reihe solcher Terpene ließen sich aus den ätherischen Dlen isolieren; 
sie unterscheiden sich durch den Geruch, ihren Siedepunkt und optische Merk- 
male voneinander. Daneben sind in den ätherischen Olen auch sauerstoff- 
haltige Produkte, feste und flüssige, gleichsam in den Terpenen aufgelöst, enthal- 
ten, von verschiedenem chemischem Charakter (Alkohole, Aldehyde, Ketone 2c. 
        

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