Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerfarben, Mal- und Bindemittel und ihre Verwendung in der Maltechnik
Person:
Linke, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967954
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3886169
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Der übrige Teil der MetaUe hat sich in Form unlöslicher Verbin- 
dungen (Blei zum Teil auch als metallisches Blei) abgeschieden und bildet 
den ,,Firnissatz", der zu Glaserkitt 2c. verarbeitet wird. 
Dunkelbraune, überhitzte Firnisse können mehr Qxyd enthalten, sind 
jedoch nicht so gut; Manganfirnisse auch nicht besser trocknend bei höherem 
Mangangehalte. 
Für die Güte eines Firnisses kommt naturgemäß nicht die Trocken- 
kraft allein in Betracht; ein Aufstrich desselben bezw. der mit demselben 
angeriebenen Farbe soll nach dem Trocknen eine elastifche, nicht aber spröde, 
zu Rissen neigende Schichte bilden. 
Eine reine Leinölfarbe wird in dieser Beziehung stets der Firnis- 
farbe überlegen sein  man erkauft ein schnelleres Trocknen immer auf 
Kosten der Qualität und Beständigkeit des Farbaufstriches, also: Zeiter- 
sparnis auf Kosten der Dauerhaftigkeit. 
Bleifirnis s e neigen zu diesem Fehler, wohl bald harte, aber in 
der Folge spröde, leicht rissig werdende Aufstriche bezw. Farbaufstriche zu 
geben, im allgemeinen mehr als Manganfirnisse, übersättigte und über- 
hitzte Firnisse mehr als lichte, sorgsam präparierte. 
Wie schon die geringen Mengen der in den Firnissen enthaltenen 
Blei- und Manganoleate beweisen, End es nicht die phyßkalischen Eigen- 
schaften dieser Oleate, die den Unterschied des Firnisses gegenüber dem 
Leinöl bedingen, sondern die Fähigkeit des Bleies und Mangans in den 
Firnissen, leicht Sauerstoff aus der Luft aufzunehmen und an das 
Ql zu übertragen. Dieses Spiel der 55öheroxydation und wieder Des- 
oxydation, diese Sauerstoffübertragung wiederholt sich bis zur Er- 
härtung, d. h. Sättigung der Firnisschichte. 
Es bedarf hiezu nur eines gewissen Quantums von Blei und 
Mangan  ein Mehr vermindert die Qualität der Schichte infolge der 
Sprödigkeit und Zersetzlichkeit der Oleate. 
Ein starkes Kochen (über 2200 C) vermindert die Qualität gleichfalls; 
die hiebei in größeren Mengen auftretenden freien Leinölsäuren geben 
auch spröde werdende Oxydsäuren, ganz abgesehen vom freien Glyzerin und 
seinen Zersetzungsprodukten, die dabei etwa nicht ganz entweichen. 
Das borsaure Mangan (Mangansikkativ), welches zur Firnisbereitung 
dient, ist durch Fällung einer völlig eisenfreien  Mangansalzlösung 
(etwa 9J2anganchlorid) mit einer Boraxlösung, Auswaschen und Trocknen 
des weißen (l) Niederschlages zu erhalten (s. S. 25). 
Die Borsäure hat in dem Präparate keine Bedeutung; man hat in 
dem borsauren Mangan lediglich ein lockeres, feinpulveriges Salz, das fein 
Manganoxyd leicht an die L")lsäuren abgibt. 
Einen besseren Manganfirnis, als mit Manganborat allein, erhält 
man bei gleichzeitiger Verwendung Von Bleioxyd und Manganborat. Es 
geht hiebei das Bleioxyd, welches leic)ter Vom L")l aufgenommen wird als
        

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