Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Biedermeier
Person:
Boehn, Max von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967931
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3848030
  
aus Rom 
schrieb- war     
gemeine An-      . 
Ersten sei cis!    " 
Gottesgericht, I"       ,    D 
 mit    . J    II-    " 
unheilige Orte -         
        
und deshalb     
RVIU- die hci-   P             
lige Stadt, gar 
nicht berühren Eholera-Eontumaz-Anstalt in Schloßhof. 183l. 
werde. Aus diesem einleuchtenden Grunde unterließ man auch alle Vorkehrungen da- 
gegen. Ebenso dachten, wie Friedrich von Raumer t831 bemerkt, auch die Puritaner in 
Deutschland, die sich rühmten, die Krankheit sei eine Strafe Gottes, zugefügt nach 
dem Maße der Sünden, und soweit gingen, die anfänglich geringere Sterblichkeit 
in Berlin davon herzuleiten, daß hier weniger gesiindigt werde als anderwärts. 
 antwortete Herr von Knobelsdorf dem General, der diese geistreiche An- 
sicht zum Besten gegeben hatte, ,,dann ist Wrietzen zwanzigmal so gottlos als 
Bei-lin." Als die ersten Krankheitsfälle sich in Berlin zeigten  Schiffer auf 
einem in Charlottenburg liegenden Spreekahn waren erkrankt  wanderten die 
Berliner in Scharen hinaus, wie sonst zum St!-alauer Fischzug, um die inter- 
essanten Kranken zu sehen und mußten durch Wachen vom Betreten der Schiffe 
abgehalten werden, bald aber machte die Seuche solche Fortschritte, daß Furcht und 
Entsetzen die Neugier verdrängten. Wer abreisen konnte, floh. Damals ging 
Arthur Schopenhauer nach Frankfurt a. Main, wo er den Rest seines Lebens blieb. 
Die Zuriickbleibenden aber verbrachten ihre Tage in Angst. Eine unglaublirhe 
Todesfurcht hatte sich Alter bemächtigt, so daß Dorothea Tieck an Friedrich 
von Uechtril5 schrieb: ,,Viele Menschen tun wirklich, als wären sie bis jetzt unfterb- 
lich gewesen und das Sterben eine ganz neue Erfindung von 183t." Die Gräfin 
Karl Brühl verlor in der Tat aus Angst den Verstand. Man verproviantierte sich, 
als gelte es eine Belagerung auszuhalten; das Gesellschaftsgespräch, erzählt Karl 
507
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.