Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Biedermeier
Person:
Boehn, Max von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967931
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3843995
1846 sich äußerte: ,,Wir leben schon inmitten einer stillen Revolution, die alten 
Formen bestehen noch, bald werden auch sie zerbrechen," und diese Meinung teilten 
alle, denen nicht, wie Luden von den Mächtigen sagte, Gott den Nebel des Vor- 
urteils um die Stirn gelegt hat. C. G. Carus in Dresden bemerkte im Jahre 
1844: ,,Überall in der Tiefe unseres "o"ffentlichen Lebens wurde bereits damals ein 
gewisser unheimlicher Zustand von Unzusriedenheit und Gegenwirkung der unteren 
Schichten gegen die oberen sichtbar, der das reine Behagen der Existenz zu stören 
geeignet war." Freiherr von Friesen, der spätere siichsische Minister, schreibt in seinen 
C"rinnerungen von dieser Zeit: ,,Überall in Deutschland herrschte Unzufriedenheit, 
Mißtrauen und Besorgnis für die Zukunft. Allgemein war die Überzeugung, daß 
es so nicht fortgehen ki)"nne," und Gustav Frehtag schließt sich diesem Urteil völlig 
c1.n, wenn er vom Jahre 1848 sagt: ,,Seit einem Jahre hatten wir dahingelcbt 
wie Leute, welche unter ihren Füßen Getöse und Schrecken des Er-dbebens emp- 
finden. Alles in den deutschen Verhältnissen erschien haltlos und locker, und jeder 
rief, daß es so nicht bleiben könne." Die gleiche Empfindung spricht Werner 
von SiemenH in seinen Erinnerungen aus: ,,Die Unzufriedenheit mit den herrschen- 
den Zuständen, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, daß sie sich ohne gewaltsamen 
Umsturz ändern ließen, durchdrang das ganze deutsche Volk und reichte selbst bis 
in höhere Schichten der preußischen Zivil- und sogar der Militiirverivaltung."
        

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