Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Barock, Rokoko und der Neuzeit
Person:
Zimmermann, Max Georg Gensel, Walther
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952401
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3931504
A. Die französische Kunst. 
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.L3ono1-E Tanmier tJ18()8-1879), eine der gewaltigsten Figuren der neueren Kunstc1eschichte, 
die im GegensaB zu allen anderen Karikaturisten immer 1ue r machst, je weiter man sich von 
U)1' C11kfCMk- Seil! Feld ist 1111eU1lOf3Iicl) groß, er hat poli)tische .Karikatnreu, Parodie-n auf 
die grosse Kunst, Sehilderuugen des schrecklichsten Elend-J Sati1-en a11f alle Laster, Schwächen 
und Tun1mheiten der Spießl)ü1"get gezeichnet (Abb. 399v)., Eine feiner bekanntesten Figuren ist 
der Robert Maeaire, eigentlich der  eines berühmten Melodra1ua-:4, dann eine Verspottlnng 
des G11izotsrhen: h"nrichissez-v0us. or allem aber l"at er es auf die Gerichte abgese)en, 
Richter, Advokaten, Gefchu1orene, die er mit unverföhuli)chem Hasses verfolgt nnd verhöhnt. 
Auch Gustave Tore (183:-3-1883), ein ungcmeiu friihreifer .ll"ünstler, der mit sechs Jahren 
illustrierte Briefe schrieb und 1nit sechzehn für das J0urnal pour rire engagiert wurde, war von 
der Karikatur ausgegangen, 
wandte sich aber dann der   
Illustration -11 und wurde "1"ir . 
die  des- frciu-   
,3bsischen Holzfch11itt-J 1uas3-   
gebend. Balzae-I contes dr0-   W I 
1atiques, Ravc1"aii.-., Dante,   
9lriost, die Bibel, dazwiscl)en      
DonQni;rote11ndvieleandere  IX IT-  -   
Biitk)er sind von ihm mit un-   Hi;  Hi; --i H if    " 
erschiipflieher Phantasie, oft  ;         
aber sehr flüchtig nnd mit der I(        J  
Zeit äusserst manieriert illa-        ex! 
str1ert worden. so  dieser    .     
            
er m1 einen ser en I I-      H;        
onen verdie11te, bei der Nach-         -et   
weit viel von seinen Ruhm       H      
  . I .    K  -I  J     -IF? st- 
c1ugebnszt. Untern! ,k,wc1tcn   ,k  Hx       ,    
.8i"aiserreich haben Eha1n       DE.-I; - " ,  
iseigentlich Graf Amad6e de     Z   
 H       h-     
nnd andere da-H Leben nnd  s      
die Menschen in heiteren 1111d  , W J  J 
bo-.-haften, immer pikauten         s 
nnd eleAanten Zeicl)nn11geu       
geschildert: die Moden, The-       ,  
ater, öffentlichen Balle und          
Sport;-X, das Leben auf de1u  J Z ;      
Lande, inden Seebäderu und "        
Spielhöllen, die Welt nnd die   (  "  
Halbwelt nnd die vielerlei     J   
Niiaucen, die zwischen ihnen     
liegen. Freilich steckt bciihUcI1 Abt-. 400. Charle-:- Mert)on: Das Ungeheuer von Notre-Dame. Radierung. 
Oft mehr Geist in den Unter-  Seite 490-) 
fkk)riften als in der Zeichnung. 
Der Kupferstich hatte in Frankreich in Henriquel-Dupont (1797-189:?) einen Er- 
neuerer gefunden, der mit seiner hellen, klaren Technik zuerst als Revolutionär versrhrieeu 
war, aber dann zum Führer der ganzen Schule wurde. Sein lehter großer Meister war 
Krfdinand Gaillard (1834--1887), der nicht nur sich in das Wesen so verschiedener 
ei ter wie vau E c Botticelli Mi elan elo, n res n vertie"en "eden von i neu in einer 
besonderen, seiner 3lrt vollkommen 3tspr3cl)e11dZ1?IBeifT wiederg1igebie11 und dal?ci die höchste 
Feinheit der Behandlung mit energischer Gesamtwirkung zu vereinen verstand, sondern auch 
VOktteffliche Bildnisse nach dem Leben (Dom Gn6ranger, Pius IX., Leb XlII.) stach. Ihm 
verwandt ist Jules Jaquen1art (1837-1880s), der sich aber im Gegensatz zu ihm dek- 
Radierung bediente. Auch er hat viele Gemälde anderer Meister wiedergegeben, sein Haupt- 
kUk)m aber knüpft sich an die Jllustrationen zu den kunstgeschichtlichen Werken seines Vaters 
und Barbet de Jouyx"-, in denen er das Stoffliche nnd den Glanz der Majoliken, des Por- 
3eUaUs- der Edelsteine usw. mit auszerordentlicl)er Virtuosität wiedergegeben hat. Von den
        

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