Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte der Gotik und Renaissance
Person:
Knackfuß, Hermann Zimmermann, Max Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952390
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3919487
72 
Der gotisck)e Stil. 
Zusa1nn1enhang-Zlosigkeit und Einförmigkeit in der Erscheinung dieser Fassade 
nicht hinweg. 
Erst mit der Weiterentwickelung des Sch1nuckstiles, für die ein mehr spieleudes 
dem französischen Flamboyant und dem deutschen Fischblasenmuster verwandtes- 
Maßwerk das l1ezeichnende Merkmal ist, gelangte man zu einer reicher gegliederteu 
Fassadenbildung, ohne sich jedoch von der hergebrachten Art und Weise der Aus- 
schmückung völlig frei1nachen zu können. Zugleich mit dieser reicheren Entwickelung 
des Maßwerkes und der Vermehrung der sonstigen Sch1nuckformen 1uacl)t fiel) 
eine reichlichere Verwendung kraftvoller Strebepseiler mit ruhigen Wandfliichen 
und hochragenden Fialenbekrönungen be1nerkl)ar. Dazu kommt in dieser späteren 
Abb. 48. Die Kathedrale zu Lincoln 
 Choranfkkk)k- 
Zeit vielsac) die Anwendung orname11taler Umbildungen von Motiven, welche 
dem Burgenbau entlehnt sind. Hauptgesimse nnd Giebel der Schiffe, die Galerjen 
der Fassaden und Türme werden mit Zinnen bekrönt, deren Mauerkör),-er in 
zierlicher maßwerkartiger Durchbrechung zu einem leichten Gitterwerk ausgelöst 
ist, das sofort erkennen läßt, daß hier eine Entlehnung des wehrhasten Bau- 
teiles nur zum Zweck des Sch1nuckes stattgefunden hat. Aber gerade diese 
Schmucksorm trägt dazu bei, den in dein ganzen Charakter der englischen 
Kathedralen mit ihrem gewaltigen Mittelturm liegenden burgartigen Eindruck 
zu verstärken. 
Das glanzvollste Werk der Spätzeit ist die in bedeutenden Grös3enverhält- 
nissen zwischen 1361 und 1405 erbaute Kathedrale zu York (Abb.  In 
diesem gewaltigen Bau erreicht der Schmuckstil seinen Höhepunkt. Neben den 
zahlreichen englischen Besonderheiten im Aufbau und in den Einzelheiten er-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.