Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte der Gotik und Renaissance
Person:
Knackfuß, Hermann Zimmermann, Max Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952390
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3923022
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erfaßte und wahrscheinlich unter direkter Anschauung niederländisct)er Werke ins rein Malerische 
weiterbildete. Dabei aber ist er doch anders geartet als jener temperamentvolIe Künstler, 
er ist erfüllt von sanftem, innigem und poetischem Empfinden, hat Gefühl für einsame und 
edle Formen und offenbart sich in seiner vollen, warmen und leuchtenden Farbe als be- 
deutender Kolorist. Von demselben Künstler ist wahrscheinlich auch das Bildnis in der Rochus- 
kapelle zu Nürnberg und das Doppelbildnis im Amalieustift zu Dessau. Ob dieser Meister 
Wilhelm Plet)denwurfs ist, der Sohn des Hans und Stiessohn des Wohlgemuth, 
mit welchem leg- 
               THAT zUfAMMEU die 
         T Jllustrationen zu 
           Schedels Welt- 
    "  T    ;   ist noch nicht sicher 
       ;  erwiesen. Das 
 O  Schedelsche Werk, 
     welches mit grö- 
     ßeren sigürlichen 
 -  Z  Darstellungen(Abb. 
    Städteansich- 
  ten, Einzelfigureu 
F  aus der Geschichte, 
I    Sage. Leg-Ende in 
     Holzschnitt verziert 
   ist, wurde im Jahre 
I  1493 in deutscher 
, es  und 1494 in latei- 
 uischer Sprache von 
  Anton Koburger in 
  Nürnberg heraus- 
 ! gegeben. Hier, so- 
    wie in den eben- 
      scl)iene11et1 Schab- 
    I,   behi1lter. zeigt 
    " .  sich Wilhelm Prep- 
 L ;   denwurss seinem 
  Es  Schwiegervater 
  überlegen, soweit 
: sich bei der nivellie- 
  reuden Arbeit der 
aussührendeuHolz- 
  schneidet die Thä- 
Abb. 352. Kopf des Gekreuzigten. Nin-dlingen, Hauptki(che.  
läßt. 15("I2 oder 
1503 ist der Hauptaltar der Kirche zu Heilsbronu, ebenfalls ein Erzeugnis der Wohl- 
gemuthsrhen Werkstatt, von einem Schüler des Hauptkiinstlers des Peringsdörsserschen Altars, 
vielleicht Hans Trautt von Spet)er, von dem es eine große, inschristlich beglanbigte, 
kolorierte Zeichnung in der Universitätsbibliothek zu Erlangeu giebt (Abb.  gemalt 
worden. Ebensowenig wie am Peringsdörfserschen Altar hat sich Wohlgemuth an den Bildern 
im RatlJaussaale zu Goslar beteiligt, trotzdem er 1501 dafür zum Ehrenbürger der 
Stadt ernannt wurde. Au dem Schwabacher Altar von 15()7, dessen Mittelfiguren Veit 
Stoß schuiHte, hat er nur die Stasselbilder selbst gemalt, das übrige ist von einein schwachen 
Nachahmer Schiiuselius und Diirers gemalt.  
Neben Köln, den schwiibischen Stc"idten und Nürnberg kommen die übrigen deutschen 
Gebiete für die Geschichte der Malerei im 15. Jahrhundert weit weniger in Betracht. In
        

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