Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Altertums und des Mittelalters bis zum Ende der romanischen Epoche
Person:
Zimmermann, Max Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952388
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4369089
Bildnerei und Malerei. 
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Dieselbe tüchtige Schulung wie an den Grab latten m es  :  
Kreuzabnahme vom Jahre l-115 an den  dek 
dem lebenden Fels gehauen, so bemerkenswert (Abb. 373). Das Kreuz Wächst aus Fu- 
Bauine der Erkenntnis empor, von M 
welchem Adam und Eva, durch einen                
Drachen umwunden, hoffend auf-   L, . .   
schauen; zu oberst erscheint der seg- ;     "  DIE 
nende Heiland init der Kreuzesfahne; ,        (   ge 
so haben wir SündenfalI, Erlösung F.        O-M  
und Triumph des Erlösers hier ver-  ,     
ei1iigt. Dazu kommt die Tiefe des      -   
seelischen Ausdruckes: man beachte die M             s- 
innige Gebärde, in welcher die Ma- le-  "  T-H   H.  J 
donna das Haupt des Sohnes mit us, U   :-is    
ihrem (je1gzt abgebrochenen) Kopf stützt. J   -Eh  
 Eigentlich nur Sachsen hat with-      .  -Z  
rend des 1l. und 12. Jahrhunderts F UT ff   L W   
in der Skulptur Bedeutung. Am  X.       
Rhein konnte um 11()(Ii ein so unge- H.           
schicktes und rohes Werk entstehen,   L, E  J:  F -T 
wie die geschniHte Holzthür an S. läg;   H- W   
Maria im Kapitol zu Köln.    U,    
Und doch befindet sich in i1aher Nach- J-fIjx  is       
barschaft ein Meisterwerk wie das   . 
Bronzetaufbeckei1 in der Var- , " H;   I(-Z    
tholoniäuskirche zuLüttich voi1     .  
einein Meister aus Dinant (um1s112)-      D-  
Einige andere niederlä11dische Werke  ;  H;   j "   IF-,Y  
haben diese schöne Arbeit vorbereitet.    USE Si, -  --XII. 
Das Becken ruht auf zwölf Stieren, J   J;  J V-   
welche die Apostel bedeuten, das   II? T-I-I    
ringsum laufende Relief enthält fünf    V K-J  
Darftellungen ans der Bibel, die auf I-F   H ;    fJZE 
die Taufe Bezug haben; jede Scene   H-    sJEZJ 
bildet eine abgerundete Komposition  ; H-    
von lebendigem, treffendeni Ausdruck  IT.        j" ;  
in schönen klassifchen Formen, in an- ,j  - I ;      X   
mutigen nnd n1aßvollen Bewegungen.    -Z-   
Ja dein zweiten Teil des  III,   T 
     Es   VII   
romanisihen Zeitalters von der F     
Mitte des 12. bis zur Mitte des -  -X      . 
13, Jahrhunderts traten auf allen Abh. 372. Reliefs von den Bronzethi"iren an S. Zeus U 
Gebieten des Lebens geseBtere Zu-   TM- 390)- Nach Origi1ialphotvgrapt)ie.z 
stände ein. Die Zeit der großen Gärung, in welcher sich die 1nittelalterlichen 
Verhältnisse erst herausbildeten, war vorüber. Der Kampf zwischen Kaiser und 
Papstt1i1n u1ii die alleinige Herrschaft war beendet, und beide Mächte lebten 
nebeneinander, auch in den anßerdentschen Ländern herrschte1i starke weltliche 
Herren. In la1iger Erfahrung war festgeseHt worden, was Recht und Ordnung 
seiii sollte, nnd alle Verhältnisse des Lebens waren danach geregelt. Die Kreuz- 
zuge hatten den Blick der Menschen erweitert und tausend schluniinernde Kräfte 
erweckt, die sich jetzt in freier Thätigkeit übten und bei der Jugendfrische und Be- 
ge1sterungsfähigkeit des Volkes Herrliches schaffen konnten. Tiefes Gefühl und 
kuhiie Le1denschaftlichkeit sind keiner Epoche in hohereiii Maße eigen gewesen; sie
        

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