Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Altertums und des Mittelalters bis zum Ende der romanischen Epoche
Person:
Zimmermann, Max Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952388
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4368397
Die Kunst im Übergang zum eigentlichen Mittelalter. 
Volk eine besondere Begabung bewiesen hatte. Auf keinem Gebiet hat das Studium der 
Aiitike so segensreich gewirkt wie auf diesem. Aii Stelle der kraus- durcheinander gewor- 
fenen Tierfehen, deren Linien beständig gegen-e-inander zu kampsen scheinen, und in. denen 
sich eine wilde und ungeregelte Phantasie ossenbart, ist 1et;3t'ein gehiuterter Geschmdack 
  ist     
    Gestaltung gezeigt hatte, herüber genommen, aber 
 i der störenden, weg dixud nicht passend?i  
      motive bis auf ie 11 igungen i1i ier"o e 
 "  ?  gänzlich e1itkleidet, dafiir..eiiiige Pflaiizenmoti-ve 
     von der antikin Kunst iingisuhrt und. sich 1ni 
      allgemeinen aii deren Fornigesiihl gebildet; so 
is-j.x,;  -  fix.  ist eine Ornamentik entstanden, die zu den 
 schönsten aller Zeiten gehört (Abb.  u. 312). 
      Die Bcindverschlingungen sind klarer nnd ein- 
        facher geworden, als in der irisc"hen Kunst, nicht 
     mehr sind alle Teile der Jiiitiale1i, in denen di-e 
 Hi H,    Ornainentik hanptsi"ichlich auftritt ui1d die ost 
  ganze Seiten einnehmen (Abb. 3l8), ziemlich 
  U; gleichmäßig behandelt, sondern durch verschiedene 
   Art von Verzierung deutlich gegeneinaiider ge- 
 .jt-ssii H  3.pi  schieden, so daß ein eines, tskt-misc)cs Bist- des 
 H    Bnchstabens entsteht. Zu der Schönheit der Zeich- 
 W    nung tritt die Schönheit der Farbe, der Grund- 
        s-  ll ut Die Vorliebe 
   s.     charaktir di- Ganzen ist Woh a    
   i-!-Mk   für-diese. Art von Oriiame1itik, in der sich die 
      i, Linien fliehen nnd wiedersindeii, in der sich aus 
 9"   IS      Disharmonien ein Einklang entwickelt, hängt 
  iMls-is  wohl mit der musikalischen Begabung unseres 
  "  "-Ei 's l"cl "ti ist das Phan- 
  sit -M-J Volks zusammen. Gei )zei g 
    tastische und rein Gedankliche bezeich11eiid für 
       
    bildet den Schl1ißpuickt einer  freilich von aussen; 
  Vo1i der Antike, beeinflnßten  E1itwickelung ank- 
  Elementen; schon auf der 
sT" J is-       - 
  Hishi der romaiiischen-Epoche geiiginnen die sieni 
 den Elemente darin du Oberha1i  
is-;   ?     O Sturmlauf hatte Karl der Große ge- 
         
   glaubt, seinem Volk eine neue Kultur schaffen zu 
  s   können und auf einmal zu erwerben, was lang- 
 J  J  I,-F   -   sum aiisreifen muß. Es bedurfte einer gerai1men 
 i"Fx   Zeit, bis alle Anreg11iigeii verarbeitet waren, 1i1id 
 L,     X  so ist die karolingische Miniaturmalerei auch erst 
E   "-i s W!    ils W  s?--Es unter Karls Enkeln den Köni en Karl dem Ka len 
 us -s O i.-is J  us H  ! S 
   uiid Lothar, zur rechten Blüte gekommen. Na- 
   mentlich der erstere scheint sie sehr begi"instigt zu 
     haben. Ebenso schnell ist die Kunst auch wieder 
  eunke1i ie war o en mit dein Hert" erlau c 
Abb.319. Elfenbeintafel von der Einbanddecke Si  - s   In  i  J  
eines Meßi-ums aus kakoii:sgisci-ex Zeit, in der verknupft, daß sie in dessen Untergangs mit hin- 
Biblivthekz1! FMI1kf1!Vt- eingezogen wurde.  Neben einer .8;)ofschreib- 
schule waren die Hanptstätten für die B3ichi1ialerei 
die mit dem Hof iii Beziehung stehenden Klöster.  Wir haben schon ersahren, das; aus. den 
Klöstern zu Tours und Met) sur die Kaiser .bestimmte.Werke herVorgingen. sieben diesen 
und den Klösterii von Rheims, Samt-De.nis, Corbie, Fulda, deren Arbeiten sich nach 
den Eiitstehungsorten kiinstlerisch unterscheiden, war in Deutschland ein-VorortSai1k: 
Gallen. Dort kämpfte die karolingische Kunst eine Zeit lang mit der. 1riscl)eii Weise, bi- 
die erstere im prächtigen Codex aureiis, der dort bewahrt wird, den Sieg davo-i-itrug.' Das 
Jrische ist aber, wie einige Mannskripte (z. B. Paris lat. 2.)7 n1id tu 52U) beweisen, bis ins
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.