Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Altertums und des Mittelalters bis zum Ende der romanischen Epoche
Person:
Zimmermann, Max Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952388
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4368156
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Die Kunst im Übergang zum eigentlichen Mittelalter. 
zwischen den Kreuzarmen liegenden Räume, und sogar über den meist aus zwei hinter- 
einander liegenden Räumen bestehenden, also doppelten Narthex setzte man kleinere Kuppeln, 
wodurch ein orientalischer, malerischer Charakter herauskam. Die Kreuzarme wurden 
meistens mit Tonnen überwölbt. Jn den Wänden wec)selten horizontale Lagen von Back- 
stein und Bruchstein, wodurch ein angenehmer Gegensatz, zu den runden Linien der Ge- 
wölbe und Kuppeln geschaffen wurde. Bekannte Beispiele sind die Muttergotteskirche 
oder Hagia Theotokos (um 900 gestiftet), die Pantepopteskirche (11. Jahrhundert) und 
die Erlöserkircbe (l1. Jahrhundert) in Konstantinopel, die Kirche des heiligen 
Nikodemus zu Athen u. a. Die Erlöserkirche ist die einzige in Konstantinopel, an 
welcher die Mosaiken und Malereien, die Marmorinkrustation und die ornamentalen und 
sigürlichen Reliefs von der Bilderfeindschaft der Türken verschont geblieben und vollständig 
erhalten sind. 
Mofaikbild in der Sophienkirche zu Kunst-n1tinopel. 
Abb.  Thronender Christus. 
Außer den wenigen noch vorhandenen Mosaiken kennen wir andere aus Beschreibungen. 
So wissen wir, daß Kaiser Basilius 1., unter welchem auch die Mosaikkunst einen neuen 
Aufschwung nahm, in seinem Palast Kainurgion seine Kriegszüge darstellen und sich 
und seine Familie in feierlicher Haltung und in Regierungshandlungen abbilden ließ. Auch 
was von Mosaiken in der Sophienkircl)e erhalten und bei einer Restauration dieses 
Jahrhunderts auf kurze Zeit unter der Tünche zum Vorschein kam, gehört wohl meistens 
in die Zeit dieses ersten makedonischen Kaisers oder in noch spätere Zeit. Über der Ein- 
gangsthijr zur eigentlichen Kirche ist in einem halbrunden Bogenfeld zwischen den 
Medaillonbrustbildern der Madonna und des Erzengels Michael der thronende Heiland 
und vor ihm in der knechtischen byzantinischen Haltung niedergeworfen ein Kaiser (wahr- 
scheinlich Basilius) dargestellt (Abb. 302). Zahlreiche Kirchen weisen Uberbleibfel aus dem 
11. Jahrhundert, die Marienkirche zu Bethlehem einige Bilder aus dem 12. Jahr- 
hundert auf. Es wurden auch Mosaikbildcr in kleinste: Form angefertigt; das beste, sehr 
sorgfältig gearbeitete Beispiel befindet sich in der Opera des Domes von Florenz, es 
sind zwei Täfelchen wohl aus dem 11. Jahrhundert, die vielleic)t Buchdeckel gewesen 
sind. In der jahrhundertelangen Kunstübung hatte sich ein ganz bestimmter Typus 
für den Bilderschmuck der Kirchen herausgebildet, sowohl was die Wahl der darzustellen- 
den Gegenstände, als auch was die Komposition der Bilder anbetrifst. Bereits sehr früh 
finden wir in unseren erhaltenen Beispielen, sowohl in Miniaturen wie Mofaiken, für 
dieselben Gegenstände immer dasselbe Schema. Hatte doch schon das Konzil von Nicäa 
787 es ausgesprochen, daß ,,die Komposition der Bilder nicht der Maler Erfindung, sondern 
der Kirche GeseH und bewährte Überlieferung" sei. Von diesen Typen besiHen wir eine
        

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