Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Altertums und des Mittelalters bis zum Ende der romanischen Epoche
Person:
Zimmermann, Max Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952388
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4367452
3l6 
Die römische Kunst. 
und Si-hwiiiig der Eiii;Jfinduiig können wir daraus erkennen, besonders fällt der strenge, 
fast- fiiistere Ernst. gegeni"iber dein heiteren C-siidli"iiider auf- Da-Z Mi"idrhei1 ist wie eiii -Gedicht, 
innig und iiiiiinig, keusch uiid rein wie die -Quelle. Erstannlich ist es, ioie der-Ki"iiistler 
verstaiiden hat, .die"bloiide Ha-arfarbe 1iiid die helle Haut selbst iiiir iiu Stein zur Geltung 
zu briiigeii;. iirshrungl1ch halt 1edei1falls die Bemaliing noch iiiiih. Die früher Tl)iisiielda 
genannte  der Logg-ia di-i Lanzi in Florenz ist wohl im allgeineinen als traiieriide 
Gerinaii1a zu fassen niid stai1iint ioahrscheiiiliih von einem Triiniiphdenkmal der ersten 
.tiaiserzeit. Sie gibt den ger- 
maiiischeii Typus viel allgeiiieiiier 
wieder als die beiden erstgenaiiii- 
 ten Köpfe, aber auch in ihr ist 
    die edle, stolze, selbst iii der 
  Trauer über die Gefaiigeiiscl1aft 
  wiirdige Erscheinung der Ger- 
,  : DE    1iiai1in wuiidei-voll erfiißt.k Mit 
J     -X  den Gerniaiien stehen unter deii 
 -    " römischen Barbarenbilduiigen in 
 s,-I s    erster Linie die Dacier. Am 
 "     besten werden diese veraiischan- 
-J  's- -F;   s-         
    -L   licht durch drei koloHale Kopfe 
   ;   A: h-     im Bracciu niiobo de-Z Vatikan, 
J;      die aiif dem Trajaiisforiiiii ge- 
  fanden sind (Abb.246). Gegen- 
;   s--V über dem offenen treiiherzigen 
-     Gerinaiieii haben wir hier einen 
      ?sss!9ä; verschlaaenen ti"iikisehen Typus 
C.  niid iiiied1e Bildung. Haar uiid 
C      Haut wirken durch die tiefen 
I   Es-. Schatten braun. Statuen von 
   Dacierii, aus der Zeit Traians- 
   staniiiiend, schmi"ickeii den Con- 
 T M  sta11tins-bogen: eine bessere, nicht 
   "  ganz vollendete D-acierstatue, 
Es-il    ,  welkhc in einer aiitiken Bild- 
is  haueriverksti"itte nahe bei Chiesa 
   nuova gefunden wurde, steht im 
-  Lateran. Sie ist eine vorzügliche 
   Verkörperuug der finsterei1Kraft 
 dieser nordischen Barbaren. 
  Außer iii den Bildiiisse1i 
.3 können wir den Gang der kit- 
   mischen Kunst am geiiauesten 
 L-L-L. Kopf eines jungen Geriiianen. London. verfqlg-en U? dc1f pUt,onich.en 
Nach Givspyoksgkapi,ie. Reliefs, Ja diese fiiid miser 
wichtigster Beleg dafür, da 
sie aus einer langen Reihe datierter Arbeiten bestehen. Schon zu Zeiten der 
Rep1iblik war es Sitte, daß die fiegreicheii Feldherren ihre Schlaihten in Ge- 
iiiäldeii darstellen ließen iiiid daß diese im Triiiiiiphznge aiifgesi"ihrt wurden. 
Die Nr-lief-J an den Triiiniphalbaiiteii der Kaiser sii1d als Übertragiiiig solcher 
Geinalde in Stein aiiziiseheii. In ihiie1i tritt die Eigeiitiiiiiliiht"eit der röniiseheii 
KUIIik Volk k)CI"V0V- da keine griechischen Muster vorhanden waren, an welche sie 
sich hatte anlehnen köiiiie11; ja sie stellt sich in Gegensatz zur helleiiistischeii .Kiiiist, 
111dt"I11, A1It5e1" in den fri"ihesteii Reliefs, jede idealisierende Tendenz iier1iIiedeii wird.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.