Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Altertums und des Mittelalters bis zum Ende der romanischen Epoche
Person:
Zimmermann, Max Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952388
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4366830
Die Plastik der helIeniftifchen Epoche. 
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Bei Aphrodite als der Göttin der Liebe ist  
eine gewisse untere Grenze des Alters gegeben.    
Wollten die Künstler noch tiefer hinab gehen, sc)  
wählten sie dafür Pf yche. Zuerst war diese Ge-  ABC,   
stalt philosophisch.-religiös gefaßt worde1i, aber    7-"J7,xY 
immer mehr wurde sie zu der fast 11och kindlichen  ,i  
Geliebten des Eros. Statuarisch ist sie aiii liebsten   , 
mit Eros zusammen verwertet worden, namentlich   
in der reizenden Gruppe, welche die Liebenden  :e33 
in zärtlicher U11iari1iung darstellt (bestes Exemplar   
aus dem Ko-pi:oi, Ade.  wobei durch die Ab-      
kehrung der Körper voneinander die 1iaivste 1l11sch1ild :   M 
bewahrt wird. Aber auch das wäre kaum nötig    
gewesen, denn die beiden siiid Kinder, nur i1i An-   
deutungen wird hier noch auf die Liebe angespielt, .Z; F  
von welcher der jugendliche Gott bei Praxiteles    T  
vollständig erfüllt war. Ein Kind ist auch der   
bogens pan11e1ide Eros, welcher in zahlreictseii  
Wiederholungen vorkommt, vielleicht nach einem F-   
Motiv ans der Schule des Li)sipp. In den meisten      
Fiillen aber geht sein Alter noch tiefer herab, ii11d   " 
der eine Gott zei-teilt sich in eine ganze Schar von       
Eroten; er ist das einzige höhere Götter-weseii,    
das sich diese Vervielfältigiiiig mußte gefallen lasseii.    
An ihm offenbart es sich am deiitlichsten, wie das   
ausgeheiide Griechentum immer mehr zu spielender  ;-T  
tändelnder Auffassung neigte. Weil man die höchsten       
Götter nicht herabzieheii konnte, tritt ein Erot in    
Stellvertretung fiir sie ein und trägt den Bligz des   
Zeus, den Dreizack des Poseidoii oder die Attribute   
anderer Götter. -L"fters hüllt sich Eros in die Ak-b-204- ErosiuidPsi)che. Rom. Kapitol. 
Löwenhaut des Herakles uiid iiin1iiit dessen Keule in Nach  
die Hand, wofür der Held mit den Flügeln des gött- 
  lichen Kindes heransstaffiert wird ; man sieht eine voll- 
   koni1nene Auslösung 1iiid Verwirrung aller Begriffe. 
   Während sich so aiif der einen Seite die Liebe 
 I    in Tändelei verzettelt, wird ihre Darstellung auf 
   U; der anderen laseiv. Im Raub des Ganl)iiied 
   wird der Adler zum Gott selbst iind schmiegt sich 
    liebeglühend-unt d-en s6hoiien. Körper des Knaben. 
    Sehr häufig findet sich L e d a mit dem Schwan, der oft 
   kaum so groß ist wie eine Gans, weil die Tiere in 
   IT-;iJs ihrer Größe dem Menschen fast immer untergeordnet 
    werde11. Die üppigste Schöpfung der griechischenKunst 
    ist der Hermaphrodit, ein Mischwesen, welches 
   die beiden Geschlechter in sich vereinigt; die beH 
H, ,    kannteste Auffassung zeigt ihn in unrnh1gem Schlaf 
    fast ganz auf der Vorderseite liegend. 
?    Von den Geiirebildern, welche die helle1ii- 
L      stische Kunst geschaffen, ist das beri"ihinteste der 
  N Knabe, der die Gans erhascht hat 1ind 
  ;    , würgt, vonBoäthos vo1iKarchedon(Karthago), 
    das sieh besonders du-.-eh seine frische iiiotiikIichkeit 
   auszeichnet (Abb. 205). Ein anderes hi"i[)schcs 
in-o. 205. mode, dekeinveG-msekhoskht Werk, eine kleine B!-onze, ist die Briiniieiifigur 
hat und würgt. Paris. Loi1vre. ZU, l d ) P, ! U   
Nach Or1ginalphotographie. U-U UULJe U UT (Z"1schLrV In Neapel. 
I  1T
        

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