Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Altertums und des Mittelalters bis zum Ende der romanischen Epoche
Person:
Zimmermann, Max Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952388
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4366324
206 
Das Zeitalter der großen Perfönlichkeiten. 
Zur Vervollko1n1nnung der enkanstischen Bemalung seiner Statuen soll 
Praxitelesj- eine Erfindung gemacht haben; ferner wird berichtet, das; er diejenigen 
unter seinen Werken a1u 111eisten geschätzt habe, welche Nikias bemalt hatte. 
Tarin das; dieser hochl1edeutende Maler sich l)erbeilies;, Marmorwerke des Prai-it 
teles mit Farbe zu versehen, haben wir einen deutlichen Beweis-, wie gros;eu 
Wert man der Bemerkung der Statuen beilegte. An den Sandalenbiindern deg- 
Hern1es haben sich Spuren 
   von Rot und Gold ge- 
  fnnden, aber auch dasj- 
   F tuen ist wohl getöut ge 
   wesen, denn bei den er- 
 s       W haltene11Tl)ousiguren dest- 
-"k   "  - ;  4.und der folgendeuJahri 
"     hnuderte ist im Naekten 
   Fleischsarbe angewendet, 
   und wir dürfen daraus 
     schließen, das; der Mai-: 
   F  inor, wenn auch im Nackten 
L-  sicher nicht 1uit Farbe 
     versehen, so doch gebeizt 
"-v    J  war, um sein scharfe-J Weis; 
  7  zu brechen, bei welchem 
    in grieehischer Sonne alle 
T"   Einzelsor1neuversehwinden 
 ! w1"1rden. In der römisiheu 
  Kunst wurde die Beizuug 
  durch Einreiben 1nit flüs- 
Ä  sigeIn, mit etwa-Z I-l ver- 
;  se1;,te1n Wachs vollzogen. 
   Zur Zeit des Praxitele-Z 
 der Statuen die se1nsteu 
       Reize gehabt und eine 
    
natjirlicher Erscheinung 
nnd idealer Abstraktheit gehalten haben. Die Haare und 1nanche Einzelheiten waren 
in der ganzen antike1i Plastik oergoldet 11nd in  und Pupille aus- 
gemalt- Erst in römischer Zeit wurden die Augensterne plastisch Vertiest. Bei Vronze- 
werken wurden die Augen inuner ans besonderer hellerer Masse eingesetzt (oergl. 
S. 137s). Ein oortrefsliches Beispiel für erhaltene Polt)chro1nie aus guter Zeit 
AkkEc)jsc)C1" SkU1pk1I1" ist der Alexandersarkophag von !3ido11 in .8ionstantinopel. 
Praxitelegi hat der attisihen Kunst aus-I- neue Unsterbliehkeit verliehen. Neben 
die sk1"CUx1t" G1"öf;E des Phidias5 ist in ihm die vollendete poetisehe und anmutige
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.