Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Stadtkrone
Person:
Taut, Bruno Scheerbart, Paul Baron, Erich Behne, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952358
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3914793
tiefen Gärten für jedes Haus, etwa im Sinne von Abb. 50 und 51, so daß 
das Wohngebiet selbst als Gartenbauzone gilt und Laubenkolonien erübrigt. 
Außerhalb des peripherischen Parkgürtels schließt sich die Ackerbauzone 
an. Die Gesamtfläche der Stadt beträgt 38,5 qkm, die des Wohnareals etwa 
20 qkm und würde bei gartenstadtartiger Bebauung Raum für 300 000 Einv 
wohner, d. h. 150 Seelen pro Hektar, im Erweiterungsfalle bis 500 000 geben. 
Dazwischen eingesprengte grüne Anlagen, Spielplätze, Parkstreifen zur 
Trennung der Wohn: und Industriegebiete und sonstige Einzelheiten sind 
nicht besonders gezeichnet. Die Entfernung von der Peripherie bis zur 
Stadtmitte beträgt also nicht viel mehr als 3 km z I]: Stunde Fußweg. Die 
Straßen innerhalb der Wohnviertel selbst sind so schmal (5 bis 8 Meter), 
wie sie gerade sein können, um hier nicht unnötige Mittel zu verschleudem. 
Die Verkehrsstraßen sind zur Aufnahme von Straßenbahnen und reich: 
lichem Wagenverkehr eingerichtet. 
Die Haushöhen der Wohnviertel bleiben nach dem Grundsatz der Garten. 
stadt so niedrig wie möglich. Die Geschäfts: und Verwaltungsbauten dürfen 
sie höchstens um ein Geschoß überragen, damit mächtig und unerreichbar 
die Stadtkrone über allem throne. 
Die Mitte, die Stadtkrone selbst (Abb. 42-48) zeigt eine Gruppierung 
aller der Bauten, auf welche die vorhin erwähnten sozialen Tendenzen 
zielen und welche eine Stadt dieser Größe für künstlerische und Unter: 
haltungszwecke braucht. 
Vier große Bauten, ein streng nach der Sonne orientiertes Kreuz bildend, 
bestehend aus Opernhaus, Schauspielhaus, großem Volkshaus oder Saalbau 
und kleinem Saalbau, bekrönen die Anlage und weisen mit ihren Ausgängen 
nach den vier verschiedenen Richtungen, um eine rasche Zerstreuung der 
Menschenmassen zu ermöglichen. Zu ihren Seiten haben sie freie Plätze 
mit Rücksicht auf die Panik. In ihrer Mitte liegt ein Hof mit Flügeln 
für Kulissenmagazine, Vorratss, Wirtschaftsräume u. dgl. Sie werden ver, 
bunden und umfaßt von einem Säulenumgang, der an seinen vier Ecken 
rechts und links vom Volkshause Gesellschaftshäuser für kleinere intimere 
Veranstaltungen (Hochzeiten und ähnliches) mit Tertassengärten und auf 
der anderen Seite Aquarium und Pflanzenhaus mit ebensolchen Gärten bil. 
det. Dieser Umgang ermöglicht die innigste Benutzung des Ganzen; man 
kann den Nachmittag in den Terrassengärten, den Abend im Konzert, im 
Theater oder in einer Versammlung zubringen. 
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