Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Verwirrung der Kunstbegriffe
Person:
Trübner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952341
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3892229
Das laienhaft Geiftreiche. 
des Laien nicht mehr als geistlos, sondern im Gegens- 
teil, als höchst interessant und höchst geistvoll. Schreibt 
nun ein ZNaler unter ein Bild, das den höchsten Un- 
forderungen entspricht: ,,Drei Bänerinnen in einer 
Kirche", so hält das der ästhetisch verbildete Laie 
oder Z1Taler für ein geistloses Kunstprodukt, wohin- 
gegen wenn der Beschauer als Titel darunter liest: 
,,Bäuerinnen beten für ihre im Felde stehenden Un- 
gehörigen", er es plötzlich für ein fesselnd-interessantes 
und geistvolles Gemälde halten wird, auch ohne daß 
die geringste Änderung an dem Bilde vorzunehmen 
gewesen wäre. ZI"(an steht daraus, daß das, was der 
Laie k1"instlerischen Geist nennt, nichts mit künstlerischen 
Fähigkeiten zu thun hat, sondern daß dieses mehr 
in der geschäftlichen Behandlung besteht und in der 
berechnenden Absicht, den Laien mit etwas sehr 
Billigem zu befriedigen. ThatsächIich haben alle 
gewerbsmäßig veranlagten Künstler solchen Geist 
stets auf Lager, der freilich nicht für längere 
Zeit zu interessieren vermag, daher von diesen 
immer bei Zeiten für ein neues Zugmittel gesorgt 
werden muß. 
Ein speziell künstlerisch veranlagtes Talent wird 
sich mit solchen äußerlichen Werterhöhungsversuchen 
nie anders als notgedrungen abgeben. Ein solches 
bedarf aber auch all dieser angeführten U"kittel und 
Kniffe nicht, um sein Bild für den Kunstgebildeten. 
AS
        

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