Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst-Erziehung und Ueberlieferung
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-948771
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-949554
geht, das Troekene nnd Langweilige nicht verachtet und es nicht 
verschmäht, dasselbe zu tun, was hundert andere neben uns 
leisten, um sich alles anzneignen, was, wie wir sagen, zum Hand: 
werk gehört. Handwerk hat einen goldenen Boden, und die un: 
verdrossene Pflichttreue trägt ihren Lohn in sich. Sie ist die 
heilsame Zucht des Geistes, der beste Damm gegen den Dilet: 
tantismus, der mit Cinfällen spielt und Früchte einfahren will, 
ohne den Boden gepfliigt zu haben. Sie allein gibt methodische 
Sicherheit;  .  . B 
,,Jnsofern haben wir alle unsere Profession; wir müssen 
alle unser Handwerk inne haben, aber wir sollen darum keine 
Handwerker sein nnd nicht in der Werkstube sitzen bleibend, 
,,Es geht hier der TLissenschaft wie den Künsten, die 
dort das vollste Gedeihen fanden, wo ihre zarten Vlüten sich 
aus dem festen Kernholz des bürgerlichen Gewerbes still und 
ungesucht entwickelt haben.U 
,,Wie die Kunst, so hat auch die Wissensd;aft mit dem 
Stoff zu ringen, u1n die Schranken zu beseitigen, mit denen die 
Welt unsern Geist umstellt, und die Kluft zu überwinden, welche 
das Siehtbare von dem Unsichtbaren scheidet.U 
,,Wir müssen aber alle Entwickelungsstufen kennen, die 
der menschliche Geist durchgemacht hat. Denn nur so können 
wir der einheitlichen Geschichte desselben bewußt werden, und 
wenn auch dieselben Rätsel immer wieder auftauchen, die ge: 
wonnenen Ergebnisse immer wieder in Frage kommen wie 
das Meer von derselben Strandfläche, die es eben in Besitz 
genommen, immer wieder matt zuriicksinkt, wir erkennen doch 
durch alles Cbben nnd Fluten hindurch einen unaufhaltsamen 
Fortschritt menschlicher Crkenntnis.U 
,,Auch in der Geschichte der Erkenntnis gibt es mehr und 
minder gesegnete Perioden, aber der stetige Fortschritt kann doch 
mit größerer Sicherheit erzielt werden, und es ist, von großen 
Katastrophen abgesehen, die Schuld der Lebenden, wenn Still: 
stand oder Rückschritt eintritt. Um so mehr fühlt jeder von 
uns, das; er auf seinem Posten wachsam und treu sein muß, 
tun an seinem Teil die große Arbeit der Me1isä;heit zu er: 
füllen.U
        

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