Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst-Erziehung und Ueberlieferung
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-948771
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-951697
Anmerkungen. 
86 CFortsetzungJ. 
gestatten uns heute des Tacitus Bericht über die damaligen Vers 
hältnisse fast bis in die letzten Einzelheiten zu ergänzen. Denn 
seine Schilderung der Bewohner und ihrer Sitten cT1eber Ger: 
manien Kap. 16 u. w.J entspricht genau den Verhältnissen der 
3adruga, auf die der slavonische Kroate mit berechtigtem Stolze 
verweisen darf. Doch noch eine weitere Sicherung erhalten wir 
durch die im hohen Norden sich wiederfindenden Uebertragungen. 
Lesen wir z. V. Tac. Kap. 17: ,,Die Wohlhabendsten wissen durch 
ihr Llntergewand sich auszuzeichnen, das nicht weit und bausshig 
ist wie bei den Sarmaten und Farthern, sondern eng anschließt 
und die einzelnen Gliedmaßen abformt   F, dann erinnert uns 
dies doch lebhaft an die Stelle der Cdda, wo in ,,RigsmälE das 
Bild des freien Bauern, der die Stiere zähmt, Pflüge zimmert, 
Häuser aufschlägt, Scheuern erhöht, den Pflug führt und den 
Wagen fertigt, gezeichnet wird: 
C15D ,,Der Mann schälte Die Weberstange, 
Gestrält war der Bart, die Stirne frei. 
Knapp lag das Kleid an, . . . . R 
Vernehmen wir weiter, was Tacitus sagt: ,,Sie tragen auch 
Felle von wilden Tieren, . . . . sie machen einen Unterschied unter 
dem Wilde und besehen die abgezogenen FJäute mit gefleckten 
Pelzen von Tieren, welche das jenseitige Weltmeer und die uns 
bekannte See erzeugt. Sind nicht anders ist die Tracht für die 
Frauen als für die Männer, außer daß die Frauen häufiger sich 
in leinene Lleberwürfe hiillen und diese mit Not verzieren Cpurpura 
va1sjan0 . . . R Wiederum zeigt der Norden eine gewisse Uebers 
einstimmung, heißt es doch an besagter Stelle: 
,,Da fuhr in den Hof, mit Schlüsseln behängt, 
Jm 3iegenkleid die Verlobte Karls; 
Snör Schnur; geheißen, saß sie im Linnen.E 
C20D 
Deutlicher werden des Tacitus und der Edda Schilderungen 
durch die noch zur Stunde in Slavonien bewahrte Kleidung. Hier 
tragen die Frauen gleich den Mä1i1iern im Winter Lodenmäntel 
mit Aermeln, die Wohlhabenderen Tuchmäntel, welche innen mit 
Schafpelz gefüttert und rund herum mit Wolfspelz verbrämt sind. 
Das weiße Linnenkleid, welches die slavonischen Frauen stets 
tragen, ist durchgängig rot gestickt, nur in der Trauer ist die 
Stickerei schwarz und blau; es kommen auch mehrfarbige und 
selbst in farbiger Seide27d bestickte Linnenkleider vor, doch die in 
,,rotH ausgeführte Ornamentierung ist die gebräuchlichere. 
,,Die Chen,E sagt dann im 18. Kapitel der verdienstvolle 
Römer, ,,sind strenge, und keine Seite ihrer Sitten möchte man
        

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