Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst-Erziehung und Ueberlieferung
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-948771
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-950914
Doch kehren wir hier zunächst nochmals nach Jndien zurück. 
Aus dem Vedischenritual bespricht Dr. O. Donners das 
,,PindapitryajnaU, das Manenopfer mit Mehlklößei1, Pindus, 
CVerlin, 1870J und verweist Seite 9 darauf daß die indes 
europäisihen Völker auch unserer Tage noch ein Gleiches tun. 
Nun sind die Llebereinstimmungen und die Abänderungen von 
größtem Jnteresse, weil sie nur in ihrem Zusammenhange weg: 
führend werden können. Donner gedenkt ebendort eines 
Totenmahles oder, wie der Autor es zu nennen beliebt, eines 
,,SeelenheilfestessensU in Serbien; indessen ist hier gleich bei: 
zufügen, daß derartige Ausdrucksweisen in eine objektiv ge: 
führte rein wissenschaftliche Forschung nicht hineingehörenlM1 
An diese Erinnerungen anznknüpfen, sei, um nachbarlich zu 
bleiben, eines muhamedanischen Gebrauches aus Jezero bei 
Jajee in Vosnien gedacht. Mit Recht bezeichnet E1nilian 
Lilek, Professor am Obergymnasium in Sarajevo,89d diese 
Art der Opferspende zum Unterschiede von den geistigen 
Spenden als ein für den Verstorbenen darzubringendes  
terielles OpferU, denn zumeist sind die Armen die Empfänger; 
an dem genannten Orte werden.,,SomuniU CVrotlaibeJ nnd 
,,.s3alvaU c3uckerwerkJ für die Seele des Verstorbenen gespendet. 
In Vihae werden ,,53alvaH und ,,PitaU feine Art MehlspeiscJ 
vor der Dic1mjc1 csMoscheeI ,,für die Seele des VerstorbenenU 
unter die Kinder verteilt. Auch verabreicht man hier als 
Opfergabe, damit der .i3ingeschiedene Verzeihung seiner Sünden 
finde, sogenannte Kefarets Ccc1getaJ, nämlich ein in Papier 
eingewickeltes kleines Geldgeschenk, welches den Preis für 520 
Gramm Weizenmehl ausmacht, eben soviel, als zur eimnaligen 
Sättigung eines Meiischen erforderlich ist. Bei den Orien: 
talisch:Orthodoxen oder Griechisch:Schismatischen besteht auf 
dem Glasinac die Sitte, zunächst am siebenten Tage nach 
dem Tode Cdie anderen Gepflogenheiten kommen nicht in Be: 
trachtJ ein Totenmahl zu halten. Die Verwandten, Gevattern 
und Nachbarn bringen zu diesen von vielen Dorfbewohnern 
besuchten Essen ihren Beitrag CprilogJ mit, der, abgesehen von 
dem Gehalt einer hölzernen Reiseflasche Ccutu1saJ, wie sie vordem 
auch unsere Pilger trugen, in einein großen Laib Weizenbrot
        

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