Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst-Erziehung und Ueberlieferung
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-948771
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-950174
,,Also. sprach er und winkte, bewegend die dunkeln Brauen, 
Vorwärts wallt das ambrosiaduftende Haar des Veherrschers 
Am unsterblichen Haupt; es erbebten die Höhen des Olympos,U 
4I1. I, 528.530.J 
geschaffen haben soll. Wahrliä;, in Betrachtung dieses Zeus: 
kopfes mit der starken, geisteshellen Stirn, über der die Locken: 
fülle sich aufbäumt, um zu beiden Seiten in dichten Locken: 
wänden herabzusinken, so das; tiefe Schatten an den Schleifen 
bleiben, deren Hoheit jedoch, wie des tiefen Auges Größe 
durch die Anmut von WaiIgeii und Mii11d gemildert werden,24I 
können wir dem Philippos von TheHalonike nicht unrecht 
geben, wenn er bei Anschauung dieses bewundernswerten 
Werkes menschlichen Schaffens in die epigrammatischen Worte 
ausbrach: 
zeigen 
Gott, sein Bild dir zu 
sehen den Gott.H 
,,Nieder zur Erd ist gekommen der 
Pheidias, oder du selbst gingest zu 
Doch was wird angesichts dieses Werkes nun geschehen 
niiiJen2 Es ist nicht zu leugnen, daß es für den Lehrer eine 
schwere Aufgabe bleibt, die bei solchem Ausblicke gleichsam 
auf ihn einstürmenden Gedanken und Empfindungen zu sichten 
und zu klären, um sie faßbar feinen jungen Hörern zu vers 
mitteln; doch wird er sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, 
gleich, im ersten Beginne, dieses hehre Werk einer schon ins 
Aebersinnliche geleiteteten Spekulation zu einer tiefergreifenden, 
das künstlerische Empfinden weckenden Betrachtung zu machen. 
Er wird das Werk an der Hand der alten Autoren in 
lebendiger Darstellung ergänzen und zeigen, daß dasselbe sowohl 
von dem ganzen Volke der Hellenen als auch von der ganzen 
alten gebildeten Welt  bis in die spätröniische 3eit23d  nicht 
nur als das Höchste, Schönste und Beste, was der im Schatten 
der Akropolis geborene Pheidias, des Eharanides Sohn, wie 
er sich selbst in der Inschrift am 8eus:Vilde zu Olympia 
nennt, geschaffen hat, sondern daß in diesem Werke die vor: 
christliche Kunst die Grenze menschlichen Vermögens erreichte. 
Damit hat der Dozierende in kürzester Weise die Erklärung 
gegeben, wie sich jene geheimnisvoll wirkende Macht erklärt,
        

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