Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Zeichnens
Person:
Ehrenberg, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-945678
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-946609
Über die 
,,Anf1chten0 
der 
Linearperspektive. 
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auf die Zeichnung zu übertragen und zwar auch geometrisch front, um 
auf den Diagonalen eines solcherweise gezeichneten Quadrats einen Würfel 
perspektivisG in Diagonal:Ansicht zu zeichnen. Die Verkehrtheit der so 
entstandenen Zeichnung würde jedoch bald auf den richtigen Gedanken 
führen, daß, wenn das erwähnte Froutquadrat des Tisches überhaupt auf die 
Zeichnung gebracht werden soll, dieses einfach nach perspektivischen Geseheu 
geschehen muß, wie wir solche bei der Frontperspektive kennen gelernt und 
bei Fig. 15 zur Erklärung angewandt haben. 
Bevor wir zur dritten perspektivischen Ansicht übergehen, wollen wir 
das Beispiel des Würfels auf andre Gegenstände übertragen und anwenden. 
Nehmen wir einen Körper, welcher das Quadrat des Würfels als kleinste 
Fläche und meinetwegen das Fünffache dieser Fläche zur Länge hat, und legen 
wir ihn vor uns hin. Wie können wir jetzt wissen, wann und ob seine Lage 
so ist, daß sie diagonal genannt werden mUß9 Es läßt sich dies bei kleineren 
Gegenständen ziemlich einfach und bei geübtem Augenmaß auch richtig fest: 
stellen. Jeder rechte Winkel kann als zu einem Quadrat gehörig betrachtet 
werden. Da nun die Diagonalen eines Quadrats jeden einzelnen seiner vier 
rechten Winkel genau in zwei Hälften teilt, so brauchen wir uns nur eine 
solche, den vordem horizontal liegenden rechten Winkel eines zu zeichnenden 
Gegenstandes halbierende, Linie zu denken, und wir können danach bestimmen, 
ob der Körper diagonal steht, oder wie wir ihn zu drehen, bez. wie wir uns 
selbst zu ihm zu stellen hätten, damit er diagonal stehe. Er würde diagonal 
stehen, wenn diese erwähnte Linie mit dem Hauptstrahle parallel ginge, indem 
die Richtung einer Linie für alle andern, demselben Gegenstande angehörigen 
Linien maßgebend ist. sFig. 22.J Bei jedem rechtwinkeligen Gegenstande läßt 
sich auf diese Weise seine Stellung erproben; wie denn überhaupt nur recht: 
winkelige Körper den bis jeht angeführten perspektivischen Gesek,en unter: 
warfen sind. CDie Allee gehört ihrer Masse nach selbstverständlich ebenfalls 
dazu, indem die beiden Wurzellinien sowie die Gipfellinien mit den gen: 
metrisch horizontalen Linien, welche die beiden ersten und lehten Bäume 
jeder Seite oben und unten verbänden, rechte Winkel bilden würden.J 
Fragen wir jeht: wann steht ein Gegenstand diagonalP so antworten wir: 
Ein Gegenstand steht diagonal, wenn seine Grundlinien parallel sind 
mit den Diagonalen eines perspektivischen Frontquadrats. 
Wir kommen jeZt zur dritten Ansicht, über welche wir, obgleich sie in 
der Ausübung am schwierigsten ist, doch am wenigsten zu sagen haben. Sie 
unterscheidet sich von den andern zunächst dadurch, daß sie keine einzige Linie 
geometrisch horizontal läßt Bei front sowohl wie auch bei diagonal hatten
        

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