Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Zeichnens
Person:
Ehrenberg, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-945678
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-948210
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Ncuntcs Kapitel. 
anschaulicht ist. Dies ist aber nur bei geneigten oder von oben gesehenen 
Köpfen der Fall. 
Die richtige Form sehen wir bei Fig. 139. Wir bemerken, daß das 
Nasenloch eigentlich eine Form für sich bildet, nur indirekt verbunden mit 
der Nasenflügelkontnr, trotzdem daß der Nasenflügel genau genommen gerade 
das Nasenloch bildet oder wenigstens bilden hilft. Jn den Fig. 141 und 142 
sehen wir dieselbe Nase en face, richtig nnd falsch gezeichnet. Fig. 140 zeigt 
uns eine noch falschere Profilnase als Fig. 138. Eine große Rolle bei dieser 
unteren Nasenpartie spielen auch die Reflexe. Wir werden beobachten können, 
daß fast in jeder Beleuchtung um das Nasenloch herum ein Reflex läuft, 
welcher teils der Scheidewand, teils dem Nasenflügel angehört. Durch den: 
selben erlangen wir einmal eine größere Tiefe der Nasenlöcher und sodann 
eine klarere Formation ihrer Umgebung. Die Wirkung und die naturgemäße 
Notwendigkeit dieses Reflexes sehen wir am besten an einem gut gearbeiteten 
und nicht zu Nach beleuchteten Gipskopf. Wir werden zugleich erkennen, daß 
der Schatten eigentlich nur durch den Reflex Klarheit und Form bekommt, 
wie wir dies bereits beisGelegenheit der Luftperspektive erwähnt haben. 
Beim Zeichnen der Lippen haben wir vor allem auf die Linien des 
eigentlichen Mundes zu sehen; und wir können der4Deutlichkeit halber die 
Lippen einteilen in eigentliche CroteJ und uneigentliche, welche die Zähne 
und das Zahnfleisch bedecken. Auf der oberen uneigentlichen Lippe befindet 
sich eine unter der Scheidewand der Nase beginnende Vertiefung, welche nach 
unten zu allmählich breiter wird und bis zum Munde, d. h. bis zur oberen 
,,eigentlichent Lippe, herabreicht. Diesem allerdings zuweilen sehr schwach 
ausgeprägten Hohlwege geht es oft ebenso, wie den Nasenflügeln: man macht 
einige Striche oder einen dunklen Streifen, und glaubt damit die Sache ab: 
gethan.E Man wird aber bei genauerer Beobachtung finden, daß stets die
        

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