Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Zeichnens
Person:
Ehrenberg, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-945678
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-946996
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Fünftes Kapitel. 
weißes Papier auf den Tisch legen und die Nadel durch denselben auf den 
Tisch steckenJ. Legen wir nun ein Lineal an diesen Schlagfchatten und ver: 
längern denselben nach der Seite des Lichtes hin, so werden wir sehen, daß 
diese Verlängerung genau auf die Mitte des Leuchters trifft. Machen wir 
dasselbe mit sechs bis acht andern Nadeln, welche wir in beliebiger Ent: 
fernung von uns und voneinander senkrecht in den Tisch stecken, wie wir 
dies in Fig. 62 ausgeführt sehen, so wird eine Verlängerung der verschiedenen 
Schlagfchatten nach der Seite des Lichtes hin dieselben sämtlich unter der 
Mitte des Leuchters, also im Fußpunkte vereinigen. Dieser Fußpunkt ist mit: 
hin nicht der scheinbare, sondern der wirkliche Vereinigungspunkt der 
erwähnten Schlagschatten.kJ 
Also die Richtung der Schlagfchatten wird durch den Fußpunkt bedingt. 
Fragen wir jetzt, wodurch wird die verschiedene Länge dieser Schatten be: 
stimmt9 
Wir antworten: Durch einen Lichtstrahl oder durch eine Linie, welche, 
vom Brennpunkte des Lichtes aus gezogen, die Köpfe der Nadeln berührt 
und mit der vom Fußpunkt aus gezogenen Schattenlinie zusammentrifft. Wir 
können uns davon leicht überzeugen, wenn wir einen Faden, den wir am 
äußersten Endpunkt irgend eines Schlagschattens halten oder befestigen, dem 
Lichte nahe bringen; sobald er in die Richtung des Brennpunktes kommt, 
wird er den Kopf der betreffenden Nabel streifen. Mit den übrigen Nadeln 
können wir es ebenso machen; alle Fäden, welche vom Endpunkte der Schlag: 
schatten beginnen und die Köpfe der bezüglichen Nadeln berühren, werden sich 
im Brennpnnkte des Lichtes vereinigen. Sonach haben auch die Linien, 
welche die Länge der Schlagfchatten bestimmen, in diesem Falle einen 
wirklichen Vereinignngs: oder Ausgangspunkt. 
Wir werden bemerken, daß wir durch die genannten Linien eigentlich 
ein rechtwinkeliges Dreieck konstruiert haben, dessen rechter Winkel am 
Fußpunkte liegt. Die vom Vrennpunkt senkrecht herabgezogene Linie und 
die vom Fußpunkt aus gezogene horizontale Schattenlinie bilden die Katheten, 
während die Hypotenuse durch die dritte Linie entsteht, welche, vom Brenn: 
punkte ausgehend, die Länge der Schlagfchatten bestimmte. Ein solches 
Dreieck können oder vielmehr müssen wir uns bei jeder Beleuchtung und bei 
H Wie ich von vornherein vorausgesekzt habe, daß von meinen Leserinnen und 
Lesern die verschiedenen kleinen Experimente mit Würfeln u. s. to. sofort selbst 
ausgeführt werden, erwarte ich dies von den Veleuchtungs:Experimenten ganz 
besonders. Sie sind alle so einfach und leicht zu machen und sind doch von so großer 
Wichtigkeit sür das Verständnis, daß niemand unterlassen sollte,alIes selbst zu erproben.
        

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