Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-941841
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Wanderfahrt und Heimkehr. 
leicht irgendwo in Deutschland oder in der Schweiz ansässig 
geworden, wenn der Vater ihn nicht wieder nach Nürnberg 
,,gefordert" hätte. 
In welchen Städten aber und bei welchen Meiiiern hat 
er die vier Jahre zugebracht? 
Wir find nicht ganz ohne Hinweis. Da ist zunächst das 
Zeugnis eines Mannes, der Dürer so nahe stand, daß er 
seine Aussagen wahrscheinlich bei ihm selbst einholte. Esist der 
Humanisi Chrisioph Scheurl. In seiner Lobrede auf Anton Kreß 
bemerkt er, nach beendeter Lehrzeit habe Diirer Deutschland 
durchwandert, und sei dann 1492 nach Kolmar gekommen. 
Dort hätten ihn Schongauers drei Brüder, die Goldschmiede 
Kaspar und Paul und der Maler Ludwig wohl aufgenommen. 
Ebenso habe er es danach in Basel beim vierten noch lebenden 
Schongauer, dem Goldschmied Georg getroffen (,,tandem 
peragrata Germania cum ann0 n0nagesim0 Secund0 col- 
n1ariam Venisset, a Ca8pare et Paul0 fabris et Lud0vjc0 
pict0re, iten1 etiam Basj1eae a Georgi0 aurifabr0, Martinj 
fratribus sumptus sit benigne atque hun1ane tractus"). 
Das wären die ersten festen Punkte: 1492 Kolmar und 
Basel. 
Die zweite Spur leitet nach Straßburg. In einer Be- 
standaufnahme der Imhosfschen Kunskkammer ist die Rede 
von zwei mit Dlfarbe auf Pergament gemalten Dürerbild- 
nissen. Das eine: ,,Ein alter man in ein tefelein ist zu 
Straspurg sein meisker gewesk  auf Pergamen A. 4." Das 
andere: ,,Ein weibspild auch in ein tefelein olifarb so dazu 
gehört gemalt zu siraspurg 1494 fl. 3." Danach war Dürer 
also 1494, als der Vater ihn einforderte, in Straßburg in 
fester Stellung bei einem uns unbekannten Meister. 
Von den drei Städten Kolmar, Basel und Straßburg 
kann die erste ihn nicht lang gefesselt haben. Aus demselben 
Jahr, daß er dortgwar, besitzen wir den Stock eines Holz-
        

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