Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-941754
Ja der Malersehule. 
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geliefert, eben in Dürers Lehrzeit zur Ausführung kam. 
Irgend eine künstlerische Kraft war also da, von der er mehr 
lernen konnte als nur das Handwerk. Er hat, wie das Bild 
seines Vaters dann zeigte, die Gelegenheit genützt. 
Und noch etwas anderes, für seine spätere Arbeit un- 
endlich wichtiges wurde ihm vermittelt: die genaue Kenntnis 
der Formschneidekunsk, die Vertrautheit mit allen Mitteln 
und Ausdrucksmöglichkeiten des Holzschnitts. 
Auf diesem Gebiet nun hat Wohlgemut ohne allen 
Zweifel etwas zustande gebracht, das mehr ist als bloßes 
Unternehmertum, und das ihm seine eigene Bedeutung auch 
in der deutschen Kunskgeschichte sichert. Den Wert seiner 
Leistung zu begreifen, müssen wir weiter ausholen und uns 
die Entwicklung der deutschen F;)olzschneidekunst bis zu diesem- 
Punkt Vor Augen führen.  
2. 
Das Lesenlernen ist dem Nordländer nicht leicht ge- 
fallen. Es bedurfte für die Kirche, die im Buche einen ihrer 
besten Werber wußte, vieler Mittel, die nordischen Barbaren 
an das Pergament zu fesseln. Was dieses Bestreben allein 
aus den Schriftzeichen hierzulande gemacht hat, ist jeder 
Beachtung wert. Die Buohsiaben an sich, die Runen waren 
eine uralt nordische Erfindung. Nur die weltliche Ausnutzung 
dieser heiligen Zeichen, ihr Massenverbrauch war unbekannt. 
Um die schnelle Aufnahme ganzer Wortbilder, dem Süden 
seit zwei Jahrtausenden geläufig, dem Auge zu erleichtern, 
wandelte man die runengraden Zeichen ab durch jene Schnörkel 
und Haken, die den großen Vorteil hatten, die Schriftteile 
untereinander zu binden, wirkliche Wortbilder statt bloßer 
Buchskabenreihen zu schaffen, und die zudem etwas von der 
dem Norden eigenen Kunsiempfindung in die starren Buch- 
ftabengruppen hineinbrachten. 
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