Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-941715
In der Malerf ahnte. 
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abhängig von Diirer, vor allen Dingen vor ihm find sie in 
die gleiche Richtung eingelenkt. In allen KunsimitteIpunkten 
bereitete sich um die Wende des 16. Jahrhunderts ähnliches 
vor. Was Dürer unterscheidet ist dieses: es wäre ihm nicht 
schwer geworden, -eine bestimmte Renaissanceformel für sich 
zu gewinnen und auf ihr ein Lebenswerk zu gründen. Die 
andern hielten es so. Wohin es hätte führen müssen, zeigt 
die vlaamische Malerei, die in Massys, Gossaert, und weiter 
Scorel und anderen dem von außen übernommenen Schön- 
heitsideal sich so willig fügte, daß sie schließlich dem Ausland 
hörig wurde, eine der nordischen Art verlorene Provinz. 
Das hat Dürer vermieden. Er hat sich nicht verschrieben, 
über dem neu Erworbenen vergaß er nicht das Gute des 
Überkommenen. Er ist deutsch geblieben im Empsinden und 
Gesialten, das Gefühl für das Herrliche der Gotik starb ihm 
nie dauernd ab. Das aber wurde ihm nur möglich dank jener 
weisen Fügung des Schicksals, die ihn zunächst in die Schule 
desjenigen Gewerbes gab, wo die nordischen Formen am 
unumschränktesien herrschten. In der Sättigung mit ihnen, 
in ihrer Bewältigung grub sich ihm auch deren Verständnis 
zutiefsk in die Seele.
        

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