Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-941578
Die Offenbarung Johannis. 
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ein gewaltig groß Ding, schon in der Hand. Er wird das 
Loch schließen, und die Erde hat Ruh auf tausend Jahr  
von 15oo an gerechnet. 
4. 
Wo immer der Germane kolonisierend hinkommt, da 
bringt er Zucht und Ordnung selbst in das verwildertsie Land. 
Das gilt auch für die Bereiche des Geistes. Das biblische 
Buch, in-dem der junge Dürer sich niederließ, -ist solch ein ver- 
wildertes Gebiet mit poInischer Wirtschaft. Aber der ord- 
nende Sinn des Deutschen ist fertig geworden mit den 
anarchischen 8usiänden dort. Vergleichen wir dem Buch die 
Bilderfolge, so ist der Eindruck der einer stärksten Läuterung 
und Klärung. 
Das macht sich bemerkbar schon in der Form, der 
äußeren Art der Schilderung. Bei Johannes treiben wir 
haltlos durch ein Meer der Schrecken, immer wieder von 
neuen Wogen überspiilt. Nur vor den flaäernden Blicken 
Eines, den das Entsetzen irr gemacht hat, konnten die Ge- 
sichte so sich iibersiürzen. Wohl hat auch Dürer das Grausen 
gespürt, aber es hat ihn nicht geworfen. Mit dem fes? zu- 
packenden Blick des nordischen Menschen durchdringt er das 
Wirrsal, und vor diesem Blick, der siandhält, muß das Chaos 
sich ordnen. 
Dürers Kulturarbeit in seinem Anbaugebiet bleibt nicht 
stehen bei der Form. Der ganze Geist der Offenbarung ist 
durch ihn ein anderer geworden. Die Vorstellung eines 
fast hosfnungslosen Unterganges wandelt sich ihm in die 
Verkündung einer Erneuerung. Er hält aus in Zuversicht, 
auch wo es ihn am furchtbarsien umbrandet. Die Gottheit 
droben wankt nicht. Bei Johannes hat es Augenblicke, wo 
es auch-sie mitreißen will im allgemeinen Mals"trom. Niemals 
bei Dürer. Der Thronende bleibt unberührt. Himmelan
        

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