Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-943816
15. Die Erneuerung. 
I. 
In das qualmende Fackellicht und das Menschengedrängc 
des Wormser Reichstags hinein hatte Luther sein letztes Wort 
gesprochen: ,,Es sei denn, daß ich durch Gezeugnis der Schrift 
überwunden werde, oder aber durch scheinlich Ursachen  
denn ich glaub weder dem Papst noch den Konzilien allein, 
weil es am Tag ist, daß dieselben zu mehrmalen geirrt und 
wider sich selbst geredet haben  fintemal ich von Schriften, 
von mir angeführt, gefangen bin im Gewissen an Gottes 
Wort: so mag und will ich nichts widerrufen, weil wider das 
Gewissen zu handeln beschwerlich, unheilsam und fährlich ist. 
Gott helfe mir, Amen." 
Kaiser Karl, bis dahin übermüdet und gleichgültig, horcht 
auf. Er läßt den iiörrischen Theologen fragen, ob er etwa 
meine, auch Konzilien könnten irren. Luther bekräftigt es 
und erinnert zum Beweis an das Konfianzer Konzil, das 
klaren Bibelworten widersprochen habe. Da erhebt sich der 
Kaiser und verläßt mit den Seinen den Saal. Er hatte sich 
entschieden. Luthers Schicksal schien besiegelt: ein Mann mit 
solchen Ansichten war ein Keizer, ihm gebührte die kaiserliche 
Acht. Unmittelbares hatte er nicht zu fürchten. ,,Frei 
geiirack Sicherheit und Geleit" war ihm zugesagt worden, 
und daß es gehalten wurde, verbürgte die zu allem entschlossene 
Stimmung des Volkes. Was aber würde die Zukunft bringen? 
Die Freunde Luthers sorgten vor. Am 4. Mai wurde 
der Heimkehrende in der Nähe von Eisenach auf die Wartburg
        

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