Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-943772
Stille Jahre und Weltlä-tm. 
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nirten Säulen mit ihren guten Capitälen von Porphit grün 
und rot und Gossenstein, die Carolus von Rom (in Wirk- 
lichkeit war es Ravenna) dahin hat bringen lassen und do 
einfiicken"; ferner ,,Kaiser Heinrichs Arm, unserer Frauen 
Hemd, Gürtel und ander Ding vom Heilthum." Über alle 
Maßen herrlich war die Feier am 23. Oktober. Da ,,hat 
man König Karl zu Ach gekrönt, da hab ich gesehen alle herr- 
liche Köiilichkeit, desgleichen Keiner, der bei uns lebt, kösilicher 
Ding gesehen hat". Aber in all der Herrlichkeit hatte der Reu- 
gekrönte wieder keine Zeit für den Maler aus Nürnberg, und 
abermals muß Dürer seiner Beskätigungsurkunde nachreisen. 
Endlich, in Köln is? es so weit, und Dürer kann am 
12. November in sein Tagebuch vermerken: ,,Mir ist mein Con- 
firmacia von dem Kaiser an mein Herrn von Nürnberg worden 
am Montag nach Martini, im 1520 Jahr, mit großer Mühe 
und Arbeit." Von den 2oo Gulden, die er außerdem haben 
sollte, ist nicht mehr die Rede. Er muß sich drein finden, wie 
er die vielen wertvollen Geschenke verschmerzen muß, durch 
die er sich langsam an sein Ziel herangearbeitet hatte. Die 
Hauptsache blieb, daß er sein Leibgeding nun sicher hatte auf 
Lebenszeit und er nicht mehr die Zeit zu fürchten brauchte, da 
einem ,,abgeht am Gesicht und Freiheit der Hand-. 
4. 
Zehn Tage danach war Dürer wieder in Antwerpen. 
Der geschäftliche Zweck seiner Reise war erreicht, aber bis 
zum Juli 1521 zog die Heimreise sich hin. Wir wollen hier 
nicht noch einmal das ganze Tagebuch in seiner Buntheit 
nacherzählen, die Fahrten kreuz und quer nach Mecheln, 
Brüsfel, Brügge, Gent, Malcheren, die vielen Mahlzeiten tief 
in die Nacht hinein mit feierlichem Heimgeleit, die ehrenvollen 
Ausnahmen bei der Statthalterin Margarethe, dem König 
Chrisiian von D-inemark, dem Kaiser selbst, der noch einmal
        

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