Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-943735
Stille Jahre und Weltlärm. 
263 
War die Abfahrt trübe gewesen, so lag es schon über dem 
ersien Reiseziel, der Bischofsiadt Bamberg, wie lautete Sonne. 
Mit besiem Erfolg versuchte Oürer die empfehlende Kraft 
seiner Geschenke. Er verehrte dem Bischof Georg, der ihn 
als einen Mann von Ruf mit allen Ehren empfing, ,,ein 
gemalt Marienbild, unserer Frauen Leben, ein Apocalypiin 
und für ein Gulden Kupfersiiick." Da ,,lösie" ihn der Bischof 
aus der Herberge, wo er ,,bei einem Gulden-" verzehrt hatte, und 
gab ihm drei wichtige Empfehlungsschreiben und einen Zoll- 
und Freibrief mit auf den Weg. Der 8ollbrief namentlich 
war eine sehr angenehme Sache. Wie ein Kehrreim geht es 
durch die ersken Seiten des Tagebuches, in dem Oürer seine 
großen und kleinen Erlebnisse verzeichnet und Haushalt 
führt: ,,Do wies ich mein Zollbrief, do ließ man mich frei." 
Der Schlagbaum gehörte überall zum deutschen Landschafts- 
bild, und es war von hohem Wert, auf eine weite Strecke 
hinaus durch keinerlei Sperre belästigt zu sein. 
Auch sonst hat Dürer kaum Anlaß, kleinlicher Scherereien 
zu gedenken, dagegen kann er mit freudigem Stolz seiisiellen, 
wieviel sein Ruhm in deutschen Landen gilt. Wohin er 
kommt, ist man beflissen, ihm den Willkommentrunk (den 
er nicht nur als Sinnbild gern entgegennimmt) in die 
Herberge zu senden. Schon in Bamberg waren die Maler 
so zu ihm gekommen. Jn Frankfurt, wo Heller wohnt, 
wiederholt es sich, ebenso in Mainz. ,,Jtem Peter Gold- 
fchmidt," heißt so ein Reisevermerk, ,,hat mir zwo Flaschen 
Wein geschenkt. So hat mich Veit Farnpiihler geladen, aber 
sein Wirt wollt keine Zahlung Von ihm nehmen, sondern 
selbiT mein Wirt sein. Und sie beweinen mir viel Ehr." 
Zu Schiffe geht es dann skromab nach Köln, wo ihm 
Hieronymus Fugger den Trunkgruß entbietet. ,,Auch hat 
mir Jan Chrosenpeck den Wein geschenkt. Auch hat mir 
mein Vetter Niclas den Wein geschenkt. Auch hat man uns
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.