Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-943500
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Unter Kaiser Max. 
Der Kaiser hatte viel Sinn für das Fesiliche und sonnig 
Prangende. Er träumte von stolzen Triumphbogen, durch 
die er hindurohzog inmitten eines endlosen Zuges voll bunt- 
bewegter Gruppen mit wehenden Fahnen, Drometengesch metter 
und Paukengedröhn. Eine solche Ehrenpforte nun und 
einen solchen Triumphzug wollte er in allen deutschen Städten 
haben: die Künsiler sollten dafür sorgen, mit den nämlichen 
Mitteln, mit denen sie auch der Kirche so gute Dienste leisieten. 
So kam das merkwürdige Zweiwerk zustande, das riesen- 
hafteiie Doppelbilderbuoh, das uns mehr vom sinkenden 
Kaisertum zu sagen hat als ganze Bande Von Chroniken, und 
das durch Dürer und einige seiner Mitarbeiter, unter denen 
Burgkmair und Altdorfer die größten sind, auch künsklerischs 
geadelt wurde. 
Z. 
Der Hofgelehrte Stabius, Aiironom und Mathematiker- 
von Beruf, Dichter aus Liebhaberei, arbeitete den kaiser- 
lichen Gedanken zuerst zu einem Programm aus. Für die 
,,Pforte der Ehren des Kaisers Max-imilians" verlangte er- 
von den Künstlern, sie in der Gestalt zu errichten, ,,wie vor 
alten Zeiten die Arcus triumpha1es der römischen Kaiser in 
der Stadt Rom, deren etliche zerbrochen sind, und etliche noch- 
gesehen werden". 
Vom römischen Triumphbogen konnte nun freilich nicht 
viel bleiben, da das Ganze nur ein Gerüii darstellen sollte 
für eine weit ausholende Geschichte Max-imilians und seines 
Hauses. Allein 35 Bildererzählungen mit erklärenden Reimen 
waren vorgesehen, über hundert Wappen, an die hundert 
Bruskbilder nnd neun geschichtliche Persönlichkeiten in ganzer 
Gestalt. Das verlangte viel Fläche, mehr als ein richtiger 
arcus triun1phalis vertrug. VielFlä(he ist geschaffen worden, 
es kam alles drauf, was verlangt wurde und noch einiges
        

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