Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-943327
Z. 
Nitter, Tod und Teufel. Dem Todesgrauen 
entgegengestellt ist die Todesverachtung. Durch eine felsige 
Landschaft zieht ein geharnischter Reiter, den Hund zur Seite, 
in ruhigem Schritte seines Weges. Zwei gespenstige Wesen 
haben sich an ihn herangewacht. Der Teufel das eine, ein 
gehörntes Ungeheuer mit Eberkopf und Bocksbeinen; das 
andere der Tod, mit einem Leichenhemde angetan, auf einer 
abgetriebenen, für den Schindanger reifen Mcihre, Schlangen- 
getviirm um Kopf und Hals, Nase und Lippen zerfressen. 
Der Weg biegt ein in eine enge Waldschlucht. Drohend hebt 
der Tod das Glas; sein Pferd beugt sich schnuppernd zu 
einem Totenschädel nieder; der Teufel streckt schon die Tatze, 
zuzuparken. Den Mann zu Pferde schreckt nichts von dem 
allen. Sein Visier bleibt offen, der kalte Hohn weicht nicht 
aus seinen Zügen. Was will das Gesindel! Unebenbürtige 
Gegner achtet man nicht! Und in gleich ruhigem Schritt 
zieht er ein in die Schlucht der Schrecken.  
Mit vielem Fleiß hat man das Bild in seine Teile zerlegt 
und bestimmt, was Dürer aus der Erinnerung und aus 
seinen Mappen herübergeholt haben kann. Im Jahr der 
Apokalypse zeichnete er einen Gewappneten zu Pferde und 
vermerkte dabei: ,,Das ist die rustung zu der zeit im teuizsch- 
land gewest." Die Rüstung hat Dürer ziemlich genau über- 
nommen; der in ihr steckt, ist freilich gründlich anderer Art. 
Weiter hat er 15o5 den König Tod gezeichnet, auf einem 
Halbgerippe von Pferde durch die "Lande reitend, schleichend  
langsam und doch unentrinnbar; Erinnerungen an die 
Stimmung klingen nach im Tod des Reiterbildes. Eine 
Zeichnung nach der Natur von 1512 erwies sich in zusammen- 
gedrängter Form als brauchbar für einen Teil der Land- 
schaft. Besonders viel Arbeit machte das Pferd. Es ist vor- 
sichtig konstruiert und, wie das rechte Hinterbein zeigt, noch
        

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