Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-943212
12. Die Trilogie des Todes. 
I. 
Wir stehen vor dem berühmten Dreiwerk: ,,Melancholie", 
,,Ritter, Tod und Teufel'-, ,,Hieront)mus". Die siolzen drei 
Blätter sind Dürers volkstiimlichsie Schöpfung. Nichts 
anderes ist fleißiger nachgedruckt worden, nichts anderes ward 
:von den Männern der Schrift lieber gedeutet. Aber wieviel 
die Weisen auch hin- und herreden mochten: sie konnten bei- 
sammen nicht kommen. Es liegt ein ,,Problem" vor. über 
den Sinn jedes einzelnen Blattes hat man sich schließlich 
einigen können. Was aber is? es, das die Gruppe eben zur 
Gruppe macht? Eine Einheit sind die Blätter, das hat man den 
Freunden Diirerscher Kunsi nie ausreden können. Sie gleichen 
sich in der Größe (die genauen Maße sind o,239 :o,168; 
        
entsianden und zeigen die nämliche Art der Ausführung. 
Über das alles hinaus aber empfindet eine Gemeinsamkeit 
der Stimmung, die Ae so untrennbar fest zusammenhält wie 
die Glieder eines dreigeteilten Gemäldes oder die Sätze eines 
ft)mphonischen Werks. Und hier kam nun das Problematische: 
wie soll man es anfangen, daß man das Unsichtbare und doch 
sv fiihlbare geistige Bild zu fassen bekommt? 
Dürer hat darüber nichts geäußert. Seine Zeitgenossen 
begnügten sich dieser sichtbaren Trilogie gegenüber mit dem 
sicheren Gefühl, daß hier eins auf das andere angewiesen 
sei und machten sich keine weiteren Gedanken. Seither sind 
vierhundert Jahre vorüber. Keines der Geschlechter, die da 
Isl-
        

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